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Mainz

Auch in Mainz: Verunsicherung über Zukunft von Karstadt

Karstadt-Kunden standen am Freitagmorgen in Mainz vor verschlossenen Türen. Grund war nicht ein Warnstreik wie in vielen Filialen im Norden und Westen Deutschlands, doch von 9.30 bis 11 Uhr war eine Betriebsversammlung angesetzt.

Karstadt
Mit bundesweiten Streikaktionen beim angeschlagenen Warenhauskonzern Karstadt will die Gewerkschaft Verdi den Druck auf die Unternehmensführung erhöhen.
Foto: Martin Gerten/Archiv – DPA

Von Claudia Renner

Zwei Wochen vor der nächsten Verhandlungsrunde mit der Karstadt-Geschäftsführung hat die Gewerkschaft Verdi die Mitarbeiter aufgerufen, die Forderung nach einem Tarifvertrag inklusive Beschäftigungs- und Standort-Garantien zu bekräftigen.

Bei den Versammelten sei Verunsicherung zu spüren gewesen, berichtete Verdi-Vertreter Stefan Prinz der MRZ. Wie alle "Karstädter" verzichteten auch die 80 Mainzer seit Jahren auf Gehaltsanteile. Im Mai kündigte Karstadt überdies eine "Tarifpause" an. Je nach dem Verlauf der Verhandlungen schließt Prinz einen Streik in Mainz in der Zukunft nicht aus

Die Belegschaft sei durchaus bereit, in einem speziellen Karstadt-Tarifvertrag einen Beitrag zur Rettung des Konzerns zu leisten, so Prinz. "Aber von der anderen Seite muss auch etwas kommen" – sprich: Karstadt-Eigner Nicolas Berggruen müsse aus seinem Vermögen etwas dazu beitragen. Dass Berggruen vor Kurzem drei Premium-Häuser sowie Karstadt Sport mehrheitlich an den österreichischen Immobilieninvestor René Benko verkauft hat, trage zur Verunsicherung bei. Ebenfalls im Unklaren seien die Mitarbeiter über die Zukunft des Mainzer Haues als Hauptmieter des von ECE geplanten Einkaufszentrum. Die Belegschaft wisse dazu nicht mehr, als in den Medien berichtet werde, sagte die Betriebsratsvorsitzende Martina Lauenroth der MRZ.

Die Mitte Oktober vorgestellten endgültigen Center-Pläne sehen einen einzeln stehenden Komplex für Karstadt vor, aber kein Teilgebäude mehr für Karstadt Sport. Das nährt Vermutungen, Karstadt solle kleiner werden als die früher angesetzten 15 000 Quadratmeter inklusive 3000 Quadratmeter für Karstadt Sport. ECE-Pressesprecher Christian Stamerjohanns erklärte dazu: "Eine konkrete Verkaufsfläche für Karstadt können wir heute noch nicht nennen." Das Konzept sei im Dialog mit der Stadt gerade erst fertiggestellt. Auf dieser Grundlage würden die Gespräche mit Karstadt "in Kürze" fortgesetzt.

ECE scheint jedenfalls für alle Eventualitäten gewappnet: In vielen ihrer Shoppingcenter habe es den Wunsch von Karstadt gegeben, Flächen zu verändern oder zu verkleinern, so Stamerjohanns. "In einigen Fällen hat Karstadt auch Flächen aufgegeben." Ein gutes Center zeichne sich unter anderem dadurch aus, dass es sehr flexibel auf Änderungen im Handel und auf Flächenveränderungswünsche der Mieter reagieren kann.

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