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Archiv: Dornröschenschlaf des Weinlagers in Mainz endet

In wenigen Tagen soll die Sanierung des alten Weinlagers im Zoll- und Binnenhafen beginnen. Wünsche der potenziellen Gaststättenbetreiber werden dabei schon berücksichtigt.

Das Weinlager soll noch in diesem Monat saniert werden
Das Weinlager soll noch in diesem Monat saniert werden
Foto: Harry Braun

Mainz – Rund 120 Millionen Euro wollen die Stadtwerke und ihr Partner, die Vivico Real Estate, in die Hand nehmen, um im Zoll- und Binnenhafen einem neuen Stadtquartier für 2500 Menschen und 4000 Arbeitsplätze, den Boden zu bereiten. Im Rahmen der „Tage der Industriekultur Rhein-Main" informierte Peter Zantopp-Goldmann, Sprecher der Zollhafen Mainz GmbH, knapp 50 Interessierte über den aktuellen Stand der Erschließung.

Noch im August wird demnach die Sanierung des zwischen 1910 und 1920 gebauten Weinlagers beginnen. „Parallel zu dem Umbau" soll zwischen dem geschützten Gebäude und dem Rhein auch gleich eine Tiefgarage entstehen, berichtete Zantopp-Goldmann.
Im Erdgeschoss des Lagers soll eine Gaststätte und ein „Wein-Zentrum" entstehen. Die darüberliegenden Stockwerke werden für Büroräume hergerichtet. Einen Betreiber für die Gastronomie hat die Entwicklungsgesellschaft laut Zantopp-Goldmann bisher noch nicht gefunden. Allerdings gibt es ihm zufolge Gespräche, in denen Interessenten bereits mitteilen, „was man optimaler Weise als Infrastruktur" im Gebäude vorhalten sollte. An diesen Wünschen orientiert sich die Renovierung. „Allerdings wird nicht für einen bestimmten Nutzer gebaut", betonte der Unternehmenssprecher. Zu den Wünschen gehören Mindestgrößen für Türen und Erweiterungsflächen.
Doch bevor in das Weinlager ein Restaurant oder erste Büros einziehen können, steht der Entwicklungsgesellschaft noch viel Arbeit bevor. Schon von außen erkennt der Betrachter, dass die vergangenen hundert Jahre nicht spurlos an dem Gebäude vorbeigegangen sind. Noch arger sieht das Innere aus: abgebröckelter Putz auf dem Boden, notdürftig verknüpfte Stromleitungen, zersplitterte Fensterscheiben, dazu Müll und Schmutz. Dennoch ist sich Zantopp-Goldmann sicher, dass das ehemalige Lager „ein sehr großes Potenzial" hat. Erste vorbereitende Arbeiten sind bereits angelaufen: Eine alte Teerschicht, die das Haus vor aufsteigendem Grundwasser schützte, wurde zwischenzeitlich entfernt.
Das Weinlager bietet 800 Quadratmeter Nutzfläche und ist als Bauwerk eine architektonische „Pionierleistung", findet Zantopp-Goldmann. Denn bei dem Gebäude handelt es sich um einen frühen Stahlbeton-Skelettbau. Auf jedem Pfeiler im Keller lagern 300 Tonnen Gewicht. Mit der nun beginnenden Sanierung werde das Lagerhaus aus dem „Dornröschenschlaf" geweckt.
Für die gesamte Erschließung rechnen die Stadtwerke mit etwa zehn Jahren. Die Arbeiten sollen auf der Südmole, wo auch das Weinlager steht, beginnen, danach folgt das Areal entlang der Rheinallee und zum Schluss kommt die Nordmole an die Reihe. Der Umzug des Containerhafens ist da schneller: Der soll schon zum Jahreswechsel abgeschlossen sein.

Heiko Beckert

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