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    AKK-Gemeinden sind vor der Zerreißprobe

    Vor einer Zerreißprobe stehen die rechtsrheinischen AKK-Gemeinden Amöneburg, Kastel und Kostheim. Der Kasteler Ortsbeirat beschloss jetzt mit den Stimmen von SPD und AUF, dass die Verfügungsmittel für die Vereine nach dem neuen Wiesbadener Einwohnerschlüssel verteilt werden.

    Demnach stehen dem kleinen Amöneburg künftig nur noch 10 660 Euro für die Vereine zur Verfügung - rund 20 Prozent weniger als bisher. Das Geld kommt Kastel zugute, während sich für Kostheim nichts ändert. Kastels CDU und FDP waren trotzdem für die Beibehaltung der bewährten alten Regelung.

    Amöneburgs Ortsvorsteherin Maike Soultana (CDU) hatte im Vorfeld in der AKK-Finanzkommission vor diesem Einschnitt gewarnt. Die neue Regelung gefährde nachhaltig den AKK-Frieden, sagte Soultana. Dann beteilige sich das kleine Amöneburg finanziell eben nicht mehr an den vielen AKK-Gemeinschaftsprojekten, erklärte sie verärgert.

    Unterstützung erhielt die Amöneburger Ortschefin von den Kasteler Christdemokraten und Liberalen. "Es ist nicht nötig, wegen diesem bisschen Geld AKK zu entzweien", warnte Jutta Deusser-Bettin (FDP). "Wir reden künftig nicht mehr mit einer Stimme in Wiesbaden." Amöneburg habe sich an vielen Gemeinschaftsprojekten wie etwa dem Graffitifest "Meeting of Styles" oder an der IGS Wilhelm-Leuschner-Schule, bei der DLRG und dem VdK beteiligt. Daher sei der Antrag von SPD und AUF "beschämend". Die "AKK-Solidarität" beschwor André Weck (CDU). Amöneburg habe zwar bisher überproportional viel Geld erhalten, dieses aber sinnvoll für Gemeinschaftsprojekte ausgegeben. Daher bleibe für Kastel nach der neuen Regelung wegen des drohenden Ausstiegs von Amöneburg am Ende weniger Geld übrig.

    Die große AKK-Solidarität sei eine Legendenbildung, entgegnete Hartmut Bohrer (AUF). Es habe in den drei Ortsbeiräten immer wieder unterschiedliche Positionen gegeben, je nach politischem Coleur. "Was in den 23 anderen Wiesbadener Ortsbeiräten gilt, sollte auch bei uns gelten", sagte Bohrer und sprach sich für den neuen Verteilerschlüssel aus. Bei vielen anderen AKK-Projekten wie der VHS-AKK, dem Kasteler Tierpark, dem Aquarienverein Cyperus, der AWO oder dem ASB habe sich Amöneburg nie beteiligt, ergänzte Richard Schneider (SPD). Er stellte heraus, dass Kastel nach dem neuen Schlüssel rund 2300 Euro mehr zur Verfügung hat. Schneider: "Wir vertreten die Kasteler Interessen!"

    Persönlich wurde der Sozialdemokrat, als er Deusser-Bettin vorwarf, wegen des Amöneburger Zuschusses von 500 Euro für das Kinderfest "KISS in AKK" für die alte Regelung zu stimmen. Die Liberale, Initiatorin des KISS-Festes, entgegnete, sie habe die Politik stets aus dem Kinderfest herausgehalten. Anschließend verließ sie aus Protest den Saal. "Da kann sie jetzt gar nicht gegen unseren Antrag stimmen", warf ihr Schneider noch höhnisch hinterher.

    In der Abstimmung votierten SPD und AUF für die Neuregelung, die CDU stimmte dagegen. Jetzt bleibt abzuwarten, ob Amöneburg seine Drohung wahr macht und aus der AKK-Gemeinschaft aussteigt. Oliver Gehrig

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