40.000
Aus unserem Archiv

80 Tonnen schweres Bohrgerät stürzt gegen Hauswand

Mainz – Ein 80 Tonnen schweres Bohrgerät ist gestern gegen das benachbarte Haus Rheinstraße Nummer 13 gekippt und hat dabei zwei Dachfenster und das Dachgesims eingeschlagen. Alle Bewohner, die zum Unglückszeitpunkt gegen 16.15 Uhr zu Hause waren, konnten das Gebäude unverletzt verlassen

Ein Dachfenter und der Dachüberstand wurden kompett zerstört.
Ein Dachfenter und der Dachüberstand wurden kompett zerstört.
Foto: Harry Braun

Mainz – Ein 80 Tonnen schweres Bohrgerät ist am Dienstag Nachmittag gegen das benachbarte Haus Rheinstraße Nummer 13 gekippt und hat dabei ein Dachfenster mitsamt Dachüberstand eingeschlagen.

Alle Bewohner, die zum Unglückszeitpunkt gegen 16.15 Uhr zu Hause waren, konnten das fünfstöckige Gebäude unverletzt verlassen. Zwischen Holzhofstraße und Großer Bleiche wurde die Rheinstraße komplett gesperrt, der Berufsverkehr auf der Rheinachse staute sich bis zum Ende der Neustadt und bis Weisenau.

Für die Bergung wurden zwei Riga-Krans angefordert, die Arbeiten sollten bis weit nach Mitternacht dauern.
Eigentlich soll gerade die Beschaffenheit des Bodens auf dem Grundstück untersucht werden, auf dem bis zum Jahr 2003 der katholische Kindergarten von St. Ignaz stand, als das mobile Bohrgerät mit einer Seite einsackt und die Spitze seines Turms gegen das südlich der Baustelle gelegene Mehrfamilienhaus kippt.

Laut Feuerwehr wohnen 15 Menschen in den acht Wohnungen. Doch die meisten, auch die Bewohner der Dachgeschosswohnung, sind nicht zu Hause.

So wird bei dem Unfall glücklicherweise niemand verletzt. Lediglich eine bettlägerige Seniorin aus dem ersten Stock kann das Gebäude nicht selbstständig verlassen und wird von der sofort alarmierten Feuerwehr ins Freie und dann zu Verwandten gebracht.
„Ich dachte zuerst, ich spüre ein Erdbeben“, erzählt sichtlich geschockt ihr 26-jähriger Enkel, der sich zusammen mit seiner Großmutter in der Wohnung im ersten Stock aufhielt, als der Kran gegen die Häuserwand kippte. Ausgestattet lediglich mit seinem Portemonnaie, steht er noch am frühen Abend etwas ratlos auf der Straße. „Ich weiß nicht, wo ich jetzt unterkomme, vielleicht frage ich bei Kollegen an.“
Starr und unbewegt verharrt derweil das Bohrgerät in seiner schrägen Position. Michael Beivers von der Mainzer Feuerwehr beziffert die Gefahr auf 30 bis 40 Prozent, dass dessen bereits verbogener Turm ganz abbricht und dabei auch untere Stockwerke des Gebäudes beschädigt.
Doch die Bergung ist bereits organisiert. Der kleine Bagger, der die Bordsteinkante und die Bushaltestelle „Holzturm“ abtragen und damit die Zufahrt für schwereres Gerät ermöglichen soll, gräbt zunächst neben dem Unglücksbohrer ein Loch, um sicherzugehen, dass sich hier nicht weitere Hohlräume verbergen. Schließlich werden für 21 Uhr zwei große Riga-Kräne erwartet, mit denen das Bohrgerät wieder aufgestellt oder abgebaut werden soll.
Den Älteren unter den zahlreichen Altstadt-Bewohnern, die das Geschehen verfolgen, bleibt jedoch unverständlich, wieso vor Baubeginn der geplanten Seniorenwohnanlage auf dem Grundstück niemand von dem Gewölbekeller unter der einstigen Gastwirtschaft „Zum Löwen“ gewusst haben will. Brigitte Specht

Mainz
Meistgelesene Artikel
Anzeige
Sporttabellen
Radball

Alle Sportarten, alle Ligen, alle Plätze im Überblick

News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach