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Ishinomaki

Wahl-Japaner: Deutscher vollendet 476 Quadratmeter große Decke für Tsunami-Opfer

Er ist der Strickkönig von Japan. Für die Opfer der Tsunami-Katastrophe hat er mit vielen anderen zusammen eine Decke gefertigt, die es nun als größte der Welt ins Guinness-Buch der Rekorde schaffen könnte.

Der deutsche Strickkünstler Bernd Kestler hat gemeinsam mit Überlebenden der Tsunami-Katastrophe in Japan eine 476 Quadratmeter große Wolldecke aus Tausenden kleinen Decken vollendet. Der 50 Jahre alte Wahl-Japaner aus der Nähe von Bad Nauheim (Hessen) hofft nun, dass die Decke als die größte der Welt ins Guinness-Buch der Rekorde kommt. Die bislang offiziell größte misst lediglich 306 Quadratmeter. Der in Yokohama lebende Kestler und seine Helfer vollendeten die Decke am Samstag in der vom Taifun vom 11. März 2011 stark betroffenen Stadt Ishinomaki.

Großmutterquadrate

Sie besteht aus 11.250 gehäkelten "granny squares" (Großmutterquadraten) von 20 mal 20 Zentimetern, die unzählige Menschen aus aller Welt für Kestlers Projekt "Knit for Japan" (Stricken für Japan) angefertigt hatten. "Daraus haben wir in den vergangenen Monaten 225 Decken von je 50 Quadraten zusammengehäkelt", sagte Kestler nach Vollendung der Riesendecke in einer Sporthalle in Ishinomaki und fügte hinzu. "Wir hatten zwei Herren von zwei Landesvermessungsbüros dort, um die genaue Größe zu ermitteln." Ergebnis: Es sind genau 476,78 Quadratmeter.

Die Decke wird nun wieder in 225 kleinere Decken zerteilt und an Bewohner von Notunterkünften verschenkt. Auch dreieinhalb Jahre nach der Katastrophe müssen Zehntausende Opfer in Behelfsunterkünften hausen. Die Idee war Kestler nach dem schweren Erdbeben und dem Tsunami gekommen, bei dem etwa 19 000 Menschen getötet wurden und es im AKW Fukushima Daiichi zum Super-GAU kam.

dpa