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Kreml-Empfang für Wulff: Wirbel um Regenwürmer

Moskau . Bei einem Festbankett zu Ehren von Bundespräsident Christian Wulff im Kreml sind einem der Gäste angeblich Regenwürmer im Salat aufgetischt worden. Im Scherz meinte der betroffene Gouverneur von Twer, Dmitri Selenin, dies solle wohl zeigen, wie ökologisch frisch die Zutaten bei einem Empfang im prunkvollen Alexander-Saal sind. Ein Kremlfunktionär nannte die Vorwürfe «unverantwortlich und dumm». Aus deutschen Delegationskreisen ist zu hören, dass Wulff wohlauf ist.

Das Foto ist inzwischen gelöscht: Der Regenwurm auf dem Teller des russischen Regionalpolitikers Dmitri Zelenin. Er hatte das Bild am Rande eines Banketts mit Bundespräsident Christian Wulff getwittert.
Das Foto ist inzwischen gelöscht: Der Regenwurm auf dem Teller des russischen Regionalpolitikers Dmitri Zelenin. Er hatte das Bild am Rande eines Banketts mit Bundespräsident Christian Wulff getwittert.

Moskau – Bei einem Festbankett zu Ehren von Bundespräsident Christian Wulff (51) im Kreml sind einem der Gäste angeblich Regenwürmer im Salat aufgetischt worden. Im Scherz meinte der betroffene Gouverneur von Twer, Dmitri Selenin (47), dies solle wohl zeigen, wie ökologisch frisch die Zutaten bei einem Empfang im prunkvollen Alexander-Saal sind.

Der Kremlfunktionär Sergej Prichodko nannte die Vorwürfe laut Medien vom Donnerstag "unverantwortlich und dumm". Man könne sich wegen "Blödheit auch selbst zum Rücktritt bereiterklären", sagte Prichodko.

Selenin hatte ein Foto von seinem Salatteller unter seinem Profil beim Kurznachrichtendienst Twitter veröffentlicht und erklärt, zum Rindfleischsalat gebe es lebende Würmer. Später hatte er angesichts der öffentlichen Aufregung den Tweet wieder gelöscht, das Foto war aber in der Welt. Auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa bestätigten Delegationskreise nur, dass der Salat im Kreml am Dienstag schlecht gewaschen gewesen sei.

Der Bundespräsident hatte am Mittwoch auch Twer besucht, die Partnerstadt seines Geburtsortes Osnabrück. Dort sagte Selenins Sprecherin Schanna Ljapunowa, dass der Gouverneur die Geschichte von den Regenwürmern mit Humor nehme. "Das kann doch überall passieren: im Wochenendhäuschen, daheim und eben auch im Kreml", sagte sie. Wulff wollte in Twer die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit der Region ausloten, hieß es. Kreml-Chefkoch Anatoli Galkin meldete sich aus dem Urlaub zu Wort und reagierte empört. "Das ist doch alles Nonsens (Unsinn)!", sagte er russischen Medien zufolge. Er beteuerte, dass alle Mahlzeiten genau geprüft würden. Der prominente russische Außenpolitiker Konstantin Kossatschow sekundierte: "Ganz im Gegenteil, alle Gerichte waren besonders erlesen. Unsere deutschen Kollegen, die mit an meinem Tisch saßen, waren voll des Lobes über die Kremlküche." Aus Delegationskreisen verlautete, dass Wulff wohlauf sei.

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