40.000
  • Startseite
  • » Kind krabbelt im 12. Stock aus dem Fenster: Dieses Video geht gut aus
  • Aus unserem Archiv
    Moskau

    Kind krabbelt im 12. Stock aus dem Fenster: Dieses Video geht gut aus

    Man sieht ein Hochhaus und wundert sich kurz, was der Film soll - bis die Kamera reinzoomt auf eine Fensterbank im obersten Stock - mit einem Kind darauf. Drei Minuten lang stockt dann der Atem immer wieder. Das Video macht jetzt Furore - ist aber schon mehr als zwei Jahre alt.

    Von unserem Redakteur Lars Wienand

    Zwischendurch sieht es aus, als sei die Gefahr ausgestanden, das Kind wieder reingekrabbelt - doch dann taucht es wieder aus dem Fenster auf. Und bei Minute 2:35 bleibt dem Zuschauer das Herz stehen. Plötzlich hängt der etwa anderthalb Jahre alte Junge in dem Video fast über dem Abgrund, der Ausflug scheint in der Katastrophe zu enden. Und dann wird doch alles gut und der Junge energisch ins Innere gezogen. 

    Das Video macht seit einigen Tagen auf diversen Plattformen die Runde, ist vielfach neu hochgeladen worden - und die Kommentare sind immer ähnlich: Vorwürfe an die Eltern, Vorwürfe an denjenigen, der gefilmt hat, Zweifel an der Echtheit. Doch die Zweifler können ihre Bedenken an der Echtheit nicht untermauern. Und auf die Kritik am offenbar untätig filmenden Menschen mit der Kamera kommt die Antwort, was der denn hätte tun sollen. Die häufigste Reaktion aber: Erleichterung, dass das Kind einen Schutzengel in Hochform hatte. 

    Was die meisten Nutzer nicht wissen: Sie zittern bei einer Szene mit, die schon mehr als zwei Jahre zurückliegt. Das Video ist ein Beispiel, wie ein Thema lange schlummern und plötzlich viral werden kann. Nachdem ein Nutzer in Kuwait das Video am 18. Januar hochgeladen hatte, zieht es Kreise. Medien entdeckten es dann auch auf der Seite LiveLeaks. Murdochs Medienkonglomerat News Corp meldete, das Video sei in Indien aufgenommen, ohne eine Quelle dafür zu liefern. Der Bericht einer brasilianischen Seite (Danke an @A3803 für den Hinweis) liefert eine andere Spur: Aus Russland sei die Szene.

    Und tatsächlich findet sich bei YouTube das Video bei der Suche nach den russischen Worten für Baby und Fenster, hochgeladen im September 2011. Nutzer birdy070981, der es eingestellt hat, ist kein intensiver YouTuber, zeigte auch lange keine Aktivität mehr. Zum Video schreibt er nur, dass es ein Kind im 12. Stock sei und das Video Nerven koste. War er auch der Filmer? Auf Kommentare reagierte er nur unmittelbar dem Hochladen. Auch auf eine Anfrage unserer Zeitung hat er nicht reagiert. Aber immerhin hat sich ja auch gut zwei Jahre niemand für sein Video interessiert ... 

    Autor:
    Lars Wienand
    (Mail, )

    In 10 Metern auf dem Fenstersims: Polizist rettet Mädchen