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Tatort-Preview: Privatprobleme und ein Schuss Gesellschaftskritik

Obdachlose, Sozialneid, Geschäfte mit der Not anderer: Der neue "Tatort" aus Dresden mit dem Titel "Der König der Gosse" (ARD, Sonntag, 20.15 Uhr) rückt moralische Fragen in den Mittelpunkt. Und dann geht es noch um das verkorkste Privatleben dreier Kommissare.

Hajo Taubert wird von Henni Sieland, Karin Gorniak und Peter Michael Schnabel (von links) verhört. Foto: MDR
Hajo Taubert wird von Henni Sieland, Karin Gorniak und Peter Michael Schnabel (von links) verhört.
Foto: MDR

Der zweite Fall der neuen TV-Ermittler Henni Sieland (Alwara Höfels) und Karin Gorniack (Karin Hanczewski) beginnt mit dem Sturz des Sozialunternehmers Hans-Martin Taubert von einer Brücke. War es ein Selbstmordversuch? Wurde er gestoßen? Diese Version jedenfalls bekommen die Ermittlerinnen Sieland und Gorniak von drei Obdachlosen serviert, die angeben, so eine Art Sicherheitsdienst für den schwer verletzten Taubert gewesen zu sein.

Alles ist sehr dubios: Da bewachen drei Nichtsesshafte den Chef der "Berberhilfe", die sich um Obdachlose und andere Hilfsbedürftige kümmert. Da gibt es den Bruder Tauberts, der sich für seine merkwürdige Firma Geld bei ihm leiht und nicht zurückzahlt. Und da taucht plötzlich der schärfste Konkurrent Tauberts auf, dem im Kampf um den Profit durch Sozialdienstleistungen beinahe jedes Mittel recht ist.

Taubert wird dann tatsächlich umgebracht: im Krankenhaus, wo ein Anschlag auf ihn verübt wird. Verdächtige mit Motiv gibt es ausreichend, um eine spannende Ermittlung zu verfolgen, deren Ausgang allerdings wenig überraschend ist.

So stellt der zweite Dresdner "Tatort" der neuen Ermittler zwar durchaus solide Krimikost mit einem ordentlichen Schuss Gesellschaftskritik dar. Doch das mühsam konstruierte Privatleben der beiden Kommissarinnen und ihres Chefs entwickelt sich zunehmend zum nervigen Beiwerk ohne Relevanz: Beziehungsprobleme und Schwierigkeiten von Alleinerziehenden lenken vom Fall eigentlich nur unnötig ab.

Redakteur Marcelo Peerenboom hat sich den neuen „Tatort“ angesehen. Sein Urteil: Ein unspektakulärer Fall und nerviges Privatleben – das geht besser.

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