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    Weimar

    Tatort-Preview: Krimivergnügen aus Weimar mit Lessing und Dorn

    Ludwig Maria Pohl, genannt Lupo, ist ein stoffeliger Typ: unbeholfen, verschroben und eigentlich ziemlich harmlos. Lupo (Arndt Schwering-Sohnrey) züchtet Rosen, trinkt täglich literweise Kakao aus Trinkpäckchen und neigt zur unglücklichen Verliebtheit. Wer sollte so einem nach dem Leben trachten? Genau das ist die Frage im neuen „Tatort“ aus Weimar mit dem schönen Titel „Der scheidende Schupo“.

     

    Hilko Röttgers
    Hilko Röttgers

    Redakteur Hilko Röttgers hat sich den neuen „Tatort“ angesehen. Sein Urteil: witzig und voller Wendungen – ein Krimivergnügen.

    Dieser scheidende Schupo, das ist natürlich Lupo, Schutzpolizist und Kollege der Kommissare Lessing (Christian Ulmen) und Dorn (Nora Tschirner). Jemand hat ihn mit Rizin vergiftet, sein Tod wird innerhalb der nächsten 72 Stunden eintreten. In dieser Zeit wollen Lessing und Dorn den Täter dingfest machen – damit ihr Kollege wenigstens noch erfährt, wer ihn ins Jenseits befördert haben wird und warum.

    Dafür ermitteln sie in Lupos Umfeld. Dort treffen sie unter anderem auf seine frühere Kindergärtnerin Olga Kruschwitz (großartig: Carmen-Maja Antoni), von Lupo liebevoll „Tante Olga“ genannt, und deren Sohn Ringo, der Lupo nicht gerade besonders gern hat. Eine andere Spur führt in die traditionsreiche Thüringer Porzellanmanufaktur Scholder, wo nach dem Tod des Firmenchefs dessen Töchter Amelie und Desiree gerade um die Zukunft des Unternehmens ringen – gegeneinander, versteht sich.

    Skeptische Blicke: Dorn und Lessing ermitteln im vierten Fall aus Weimar. Foto: MDR/Anke Neugebauer
    Skeptische Blicke: Dorn und Lessing ermitteln im vierten Fall aus Weimar.
    Foto: MDR/Anke Neugebauer

    Viel mehr sollte man über die Story aber gar nicht verraten. Denn die ist so voller Wendungen, Enthüllungen und Überraschungen, dass es eine wahre Freude ist. Nach einem durchwachsenen Start ins neue „Tatort“-Jahr kommt aus Weimar nun ein veritables Krimivergnügen.

    Der scheidende Schupo“ (Buch: Murmel Clausen, Andreas Pflüger; Regie: Sebastian Marka) überzeugt mit liebevoll gezeichneten Charakteren und Humor. Da erklärt zum Beispiel ein eher dröger Typ, warum die hübsche Blondine auf ihn steht, ganz überzeugend so: „Ich bin ein geschätzter Gesellschaftstänzer. Und Weinkenner.“ Wer die Story auf Realismus abklopft, wird vielleicht den einen oder anderen Abstrich machen wollen. Dazu muss man aber schon ein Miesepeter sein. Alle anderen dürften am Sonntag viel Spaß haben. Ach: Und spannend bis zum Schluss ist das Ganze auch noch.

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