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    "Poetry Slam": Texte wie Songs

    Wäre "Ganz Ohr" ein Musik- und kein Literaturfestival, dann wäre der "Poetry Slam" der Rock-"n"-Roll-Abend unter lauter Klassik- und Jazz-Veranstaltungen. Bei diesem zieht die Lesegemeinde in die Katakomben des Circus Maximus ein, einen Ort, an dem ansonsten Gitarren den Ton angeben - doch einmal im Monat eben auch die jungen Schreiber, die sich beim "Poetry Slam" messen.

    Koblenz - Wäre "Ganz Ohr" ein Musik- und kein Literaturfestival, dann wäre der "Poetry Slam" der Rock-"n"-Roll-Abend unter lauter Klassik- und Jazz-Veranstaltungen. Bei diesem zieht die Lesegemeinde in die Katakomben des Circus Maximus ein, einen Ort, an dem ansonsten Gitarren den Ton angeben - doch einmal im Monat eben auch die jungen Schreiber, die sich beim "Poetry Slam" messen.

    Zum Festival gab"s nun eine Spezialausgabe, bei der ausnahmsweise nicht das Publikum über die Güte der dargebotenen (unter Slammern: "performten") Texte verschiedener Akteure zu entscheiden hatte, sondern mit dem Ensemble PauL (Poesie aus Leidenschaft) eine Truppe von Wortartisten vorgesetzt bekam. Aber was für eine: Bumillo, Heiner Lange und Philipp "Scharri" Scharrenberg sind in Slam-Zirkeln längst eine große Nummer, gewannen den Teamwettbewerb beim deutschsprachigen Finale 2009 und entwickeln sich auch außerhalb der Szene zu gefragten Bühnenkünstlern.

    Das liegt an der Art ihrer Show, die irgendwo zwischen Rezitativ, Performance-Theater, Hip-Hop-A-cappella-Konzert und Comedy mit Hirn anzusiedeln ist. Im Grunde funktioniert das wie bei einer Musikband: Einzeln oder gemeinsam schreiben die drei Texte wie Songs, die dann solo oder im Ensemble gesten- und temporeich aufgeführt werden. Jeder dieser Wort-Songs hat einen eigenen Rhythmus und einen eigenen Sound. Gereimt wird frech und frei - und doch so kunstvoll, dass man sich manches gern noch mal in Zeitlupe anschauen und -hören würde.

    Etwa den Zapp-Rap über den täglichen Fernsehwahnsinn. Oder das vertonte Internetsurfen durch die Wikipedia, bei dem jeder "Hyper! Hyper!"-Link in absonderliche Gefilde führt. Oder Heiner Langes "Was tut man nicht alles für ein kleines bisschen ..."-Tirade über die Anstrengung des Liebeswerbens. Oder manches Kurzgedicht, das die drei zwischendurch rausballern: "Leute, die auf kaputten Rolltreppen rollen wollen, sind Treppendeppen."

    Den nächsten regulären Koblenzer "Poetry Slam" gibt es am Dienstag, 20. April, 20 Uhr, im Circus Maximus.    Tim Kosmetschke

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