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Koblenz

Monica Mascus: Vielseitig im Theater und im Neujahrskonzert

Paris ist eine Lieblingsdestination aller Künste und natürlich auch der Musik: Im nahen Versailles blühte die barocke Tonkunst, die Helden in Puccinis „Bohème“ leben in der Seine-Metropole, Cole Porter liebt in einem seiner berühmtesten Titel Paris nicht nur im Frühling.

Ab 1999 war Monica Mascus fest am Theater Koblenz engagiert, heute arbeitet sie als freischaffende Sängerin. Am Montag ist sie beim Neujahrskonzert zu erleben. ⋌Foto: Matthias Baus
Ab 1999 war Monica Mascus fest am Theater Koblenz engagiert, heute arbeitet sie als freischaffende Sängerin. Am Montag ist sie beim Neujahrskonzert zu erleben. ⋌
Foto: Matthias Baus

Unter dem Titel der deutschen Version des Porter-Songs steht das Neujahrskonzert der Rheinischen Philharmonie und des Theaters Koblenz, das am Montag in der Rhein-Mosel-Halle und anschließend mehrfach unterwegs in der Region zu erleben ist: „Ganz Paris träumt von der Liebe“. Und bei den ersten drei Konzerten sind dieser Song sowie weitere Titel des beliebten Konzerts zum neuen Jahr einer Sängerin anvertraut, die dem Koblenzer Publikum schon einige Jahre bestens vertraut ist: Monica Mascus. Die in Wiesbaden geborene Sängerin war seit 1999 fest am Koblenzer Theater engagiert und hat sich eine große Rollenvielfalt des Repertoires für Mezzosoprane erarbeitet – ist dann aber auch in dramatischere Soprangefilde vorgestoßen.

Mittlerweile ist Monica Mascus als freischaffende Künstlerin unterwegs, etwa an der Oper Leipzig, kehrt aber immer wieder an „ihr“ Koblenzer Stammhaus zurück – in dieser Saison etwa zur Produktion von Janaceks „Schlauem Füchslein“ und für „Der goldene Drache“ von Peter Eötvös.

Angemessen vielseitig

Zur großen Vielseitigkeit dieser Sängerin passt das Neujahrsprogramm wie bestellt: Chanson, Musicalnummern – aber auch die Arie des Niklaus aus „Hoffmanns Erzählungen“, ebenso eine Nummer als Henri aus Heubergers „Opernball“. Beides sind Hosenrollen, also Partien für als Männer verkleidete Mezzosoprane. Und somit ein Ausflug in die frühen Opernjahre von Monica Mascus: „Ich habe in Koblenz ja etwa Cherubino, Oktavian und Sextus gesungen“, erzählt die Sängerin im Gespräch mit unserer Zeitung: „Dann kam später noch der Orlofsky in der ,Fledermaus' und vor zwei Jahren der Prinz in ,Emilia Galotti' – das hat mir sehr viel Spaß gemacht, jetzt in dieser Phase meiner Karriere noch einmal eine Hosenrolle singen zu dürfen.“

Auf den Unterschied zwischen einem festen Engagement oder einer freien Tätigkeit fächert Monica Mascus ihre sehr differenzierte Erfahrung auf: „Das hat immer zwei Seiten. Auf der einen Seite bedeutet ein Festengagement eine relative Sicherheit. Und es ist wie gerade jetzt in der Zeit von Intendant Markus Dietze sehr schön, an einem Theater ein kleines Ensemble zu haben, an dem man immer wieder mit denselben Kollegen zusammenarbeitet und sich auf sie verlassen kann.“ Gerade bei anstrengenden Produktionen, bei denen man sich emotional stark einbringen muss, für Mascus ein sehr wichtiger Vorteil des Ensembletheaters. Aber es gibt auch Nachteile: „Wenn es wenig Entspannungsphasen gibt, ist der Druck immens, immer gesund zu bleiben. Denn nach jeder Vorstellung, die man überstehen muss, kommt ja bald die nächste und die nächste Probenphase ...“

Musik, die in Paris entstanden ist oder aber von Pariser Flair, Esprit und Lebensart kündet, präsentieren das Staatsorchester Rheinische Philharmonie und Solisten des Theaters Koblenz beim traditionellen Neujahrskonzert in der Rhein-Mosel-Halle. Es wirken mit: Monica Mascus (Mezzosopran), Christoph Plessers (Bariton), Markus Dietze, (Moderation), die musikalische Leitung hat Karsten Huschke.

Karten für Montag, 1. Januar, 17 Uhr in der Rhein-Mosel-Halle unter Tel. 0261/129 28 40 und unter www.theater-koblenz.de, Infos auch zum Vorverkauf zu Terminen in Neuwied (4.), Boppard (5.), Andernach (7.) und Mayen (8.): www.rheinische-philharmonie.de

Als freischaffende Sängerin hat es Monica Mascus als spannend empfunden, auch einmal aus dem „Koblenzer Kokon“ zu entschlüpfen und mit vielen verschiedenen Musikern zusammenzuarbeiten – und auch die Belastung ist eine andere: „Auch, wenn man freischaffend tätig ist, kommt es manchmal zu heißen Phasen, da kommt eines zum anderen, aber man hat im Hinterkopf: Bald kommt eine Phase, da kann ich mich ein bisschen ausruhen und regenerieren. So hat halt alles zwei Seiten!“

Zur Vielseitigkeit von Monica Mascus gehört auch, dass sie mit Sicherheit die einzige Sängerin in Koblenz ist, die in den vergangenen Jahren binnen einer Saison auf der Opern- sowie der Konzertbühne als Altistin, Mezzosopranistin und Sopranistin angekündigt wurde. Ein bewusster Gegenentwurf zum Schubladendenken?

Ausflüge in Höhe und Tiefe

„Ich denke, ich bin eigentlich nicht wirklich in eine Schublade zu packen. Ich selbst bezeichne mich immer noch als hohen Mezzosopran – aber an einem kleinen Theater kann ich auch tiefere Partien singen, aber immer wieder auch Ausflüge ins Sopranfach starten. Das ist halt einfach so bei mir, und es hat auch viele Vorteile, weil ich dadurch flexibel einsetzbar bin“, erklärt die Sängerin. Und fügt leicht einschränkend hinzu: „Aber es hat natürlich auch den gewissen Nachteil, dass man eben nicht so einfach ein eine Schublade passt und es manchmal Intendanten oder Agenturen nicht leichtfällt, damit umzugehen.“

Schon ganz früh in ihrer Karriere in Koblenz hat Monica Mascus mit der Kundry in „Parsifal“ eine der anspruchsvollen Wagner-Partien gewagt, später kam die Sieglinde in der „Walküre“ hinzu: Könnte das der Weg für diese außergewöhnliche Stimme sein? Wenn es nach bloßem Wollen ginge – sicherlich: „Ich würde sehr gern tief in das Wagnerfach einsteigen, weil ich diese Musik sehr liebe. Aber ich glaube, meine Stimme braucht weiterhin die Flexibilität, auch andere Musik zu singen.“ Eine wohlüberlegte Selbsteinschätzung, die ihr Publikum in den vergangenen Jahren von „Samson et Dalila“ bis zur Marschallin im „Rosenkavalier“ immer wieder aufs Neue überrascht hat – und dazu im Neujahrskonzert die nächste Chance hat.


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