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    Hahnstätten: Bogart versagt als charmanter Frauenflüsterer

    Woody Allen in der Provinz: Eine Premiere war es diesmal nicht, doch das neue Theaterstück „Spiel’s noch mal, Sam“ der beliebten Hahnstättener Theatergruppe Queerbeet feierte im kleinen Saal des Dorfgemeinschaftshauses einen Erfolg.

    Der Mann als Jäger und Sammler immer neuer Liebschaften: Christian  Fachinger alias Allan Felix und Jeannette Schmittner als Vanessa in  Woody Allens „Spiel's noch einmal, Sam“.
    Der Mann als Jäger und Sammler immer neuer Liebschaften: Christian Fachinger alias Allan Felix und Jeannette Schmittner als Vanessa in Woody Allens „Spiel's noch einmal, Sam“.
    Foto: Wilma Rücker

    Hahnstätten. Woody Allen in der Provinz: Eine Premiere war es diesmal nicht, doch das neue Theaterstück „Spiel’s noch mal, Sam“ der beliebten Hahnstättener Theatergruppe Queerbeet feierte im kleinen Saal des Dorfgemeinschaftshauses einen Erfolg.

    Der Saal war ausverkauft, und die Besucher saßen dicht gedrängt bis knapp vor der provisorischen Bühne. So erlebten die Zuschauer das furios-verzweifelte Leben des Großstadtneurotikers Allan Felix alias Christian Fachinger.

    Die Rolle war für Christian Fachinger wie maßgeschneidert. Glaubhaft und hektisch verkörperte er den glücklosen Liebhaber. Die Zuschauer fieberten mit ihm und seinem Schatten Humphrey Bogart mit, der immer dann auftauchte, wenn es kritisch wurde und seine kernigen Ratschläge gefordert waren.

    Die Großstadtsatire „Spiel’s noch mal, Sam“ spielt nicht in Casablanca, wie es zunächst den Anschein hat, sondern im pulsierenden New York der 70er-Jahre. Geschrieben von Woody Allen, hatten sich die erprobten Darsteller von Queerbeet der amerikanischen Satire angenommen, die bisher schon mit drei ausverkauften Vorstellungen aufwarten konnte. Die Premiere in Höhr-Grenzhausen sicherte der jungen Hahnstättener Theatergruppe einen gewissen Vorschuss an Erfolg, der ihr auch in Hahnstätten sicher war. Die weibliche Hauptrolle verkörperte Julia Schrinner. Auch mit Babybauch stellte sie in ihrer Rolle als verheiratete Linda Christie wieder einmal ihre schauspielerischen Leistungen unter Beweis. Die restliche Damenriege, die Kontakt mit Allan aufnahm, beeindruckte ebenso.

    „Die Welt ist voller Weiber“, sagt Humphrey Bogart alias Harald Schrinner, „du brauchst nur zu pfeifen.“ Doch ganz so einfach war es nicht für den Bühnenhelden Allan. Ob Nancy, die Verflossene, die Nymphomanin Vanessa (hier überzeugte die resolute Jeannette Schmittner) oder die kapriziöse Sharon, Allan stand auf der Verliererseite.

    Auch die intellektuelle Barbara und die schüchterne Gina waren nur flüchtige Erscheinungen in Allans Liebesleben. Ebenso glücklos agierte Dick Christie, Lindas Gatte, der gerade einmal wieder einige Millionen Dollar in Floridas Treibsand gesetzt hatte, aber nichtsdestotrotz nach Alaska jettete, wo ein weibliches Wesen wartete. „Du denkst zu viel, tu’s einfach“, empfahl Bogart, und es kam, wie es kommen musste. Sogar die Zuschauer schienen beglückt, als Linda und Allan ihre Zuneigung füreinander entdeckten.

    Es wäre kein Stück von Woody Allen, wenn jetzt alles gradlinig verlaufen würde. Doch das unerwartete Ende des spannenden Theaterstückes, ob Allan seine Traumfrau mit langen blonden Haaren, einer großen Oberweite, einem knackigen Hintern, intelligent, geistreich und schnell von Begriff je findet, wird hier nicht verraten.

    Wer sich für die Lebensgeschichte um Allans Liebesleben interessiert, der hat noch Gelegenheit, am Samstag, 6. November, um 21 Uhr und am Sonntag, 7. November, um 19 Uhr in Zollhaus im Kulturhaus Kreml die Satire zu sehen. Auch hier hat der Kartenvorverkauf bereits begonnen. Es sind nur noch wenige Eintrittskarten erhältlich.

    Wilma Rücker

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