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    Buga-Koblenz: Kunst zwischen Grasröcken und Invasoren

    Er ahmte Natur nie nach, fand in ihr als Künstler aber entscheidende Inspiration: Hans Arp, Dadaist und Surrealist, Maler, Bildhauer und Lyriker. Nicht zufällig nimmt deshalb die für die Kunst auf der Bundesgartenschau 2011 zuständige Kuratorin Heike Strelow diesen Arp als Keimzelle für ihr Konzept. Strelow plant das Kunstprogramm für Schloss- und Festungsbereich.

    Koblenz - Er ahmte Natur nie nach, fand in ihr als Künstler aber entscheidende Inspiration - und zwar in der Form von Wolken, Wassertropfen, Kieselsteinen, Pflanzen und Regenbogen: Hans Arp, Dadaist und Surrealist, 1886 in Straßburg geborener und 1966 in Basel gestorbener Maler, Bildhauer und Lyriker. Nicht ganz zufällig nimmt deshalb die für die Kunst auf der Bundesgartenschau 2011 zuständige Kuratorin Heike Strelow diesen Arp als Keimzelle für ihr Konzept. Strelow plant das Kunstprogramm für Schloss- und Festungsbereich.

    "Das heißt aber nicht, dass wir nur Arp zeigen werden", wiegelt die Frankfurter Galeristin ab, die 1997 mit einem Projektbüro für Kunst und Kultur startete. Arp werde nur mit einer Arbeit vertreten sein. "Wichtiger für uns ist sein Bezug zu Rheinland-Pfalz, vor allem aber das ebenfalls der Natur entlehnte Prozessuale seines Schaffens." Genau das soll auch bei den für die Buga ausgewählten Künstlern im Vordergrund stehen. "Wir wollen keine großen Bronze- oder Steinskulpturen, sondern Arbeiten, die sich auf den Ort beziehen." Und das sei nicht nur eine Kostenfrage, ergänzt Ulrike Kirchner, die für Planung und Ausstellungskonzeption verantwortliche Prokuristin der Bundesgartenschau.

    Gelände nicht zustellen

    Rund 200 000 Euro stehen zur Verfügung, um Schlossbereich und Festungsplateau zu bespielen. Dazu kommt mit 80 000 Euro der dritte Buga-Kernbereich rund um den Blumenhof, den Dr. Beate Reifenscheid, Leiterin des Ludwig Museums, kuratiert (die RZ berichtete). "Wir möchten ja das Gelände nicht mit Kunst zumöblieren, sondern gezielt neue Perspektiven und Sehweisen eröffnen", betonen Kirchner und Strelow. Die Kuratorin, die bereits 2002 bei der sächsischen Landesgartenschau in Grossenhaim mit von der Partie war, erklärt, dass gerade in Koblenz, wo es sich um eine innerstädtische Gartenschau handle, noch besondere Bedingungen hinzukämen, etwa die ständige Abstimmung mit Denkmal- und Naturschutz. "Das macht die Aufgabe nicht einfach, ist aber auch für die Künstler eine Herausforderung."

    Zu ihnen wird zum Beispiel die in New York lebende Konzeptkünstlerin Chrysanne Stathakos mit einem ihrer "Wish Gardens" gehören. Eine auf Interaktion setzende, von der Geborgenheit und Sicherheit versprechenden Ritualisierung vieler Vorgänge im Leben ausgehende Installation.

    Das seit 1997 bei Installationen zusammenarbeitende Schweizer Künstlerpaar Gerda Steiner und Jörg Lenzlinger wird seine beziehungsreichen "Invaders" einbringen. Invasions-, also fremde Pflanzen, die auf engem Raum in einem viel gereisten, als Gewächshaus fungierenden Container mit anderen Pflanzen zusammengebracht werden - Gemüse, Blumen, Kräuter, Freiland- und Innenpflanzen in bunter Mischung, alle aber mit den gleichen Lebensbedingungen.

    Die Veränderungen der gesellschaftlichen und ökologischen Umwelt thematisiert seit den 90er-Jahren auch Michele Brody global in ihren Mixed-Media-Installationen. In Koblenz soll Brody auf fragilen Skulpturen ihre "Grass Skirts" wachsen lassen, die später geerntet und bei einer Tanzperformance getragen werden.

    Im Festungshof ist ein "Wirbel" des britischen Land-Art-Vertreters Chris Drury eingeplant, der sich gleichfalls mit der Beziehung von Kultur und Natur, aber auch von Mikro- und Makrokosmos sowie von Innen und Außen auseinandersetzt und in seinen mit faszinierenden Strukturen aufwartenden Installationen unter anderem natürliche Materialien mit Plastikmüll kombiniert.

    Peter Goehlen mit dabei

    Zur internationalen Künstlerschar gesellt sich der in Ehrenbreitstein lebende Peter Goehlen, der für den Festungshang eine Fadeninstallation entwickelte. Auf regionale Künstlerbeteiligung zielt auch ein Wettbewerb, der für das Konrad-Adenauer-Ufer und die gegenüberliegende Mole ausgeschrieben wurde. "Wir versprechen uns von den eingereichten Arbeiten kreative Anregungen zur Vernetzung beider Rheinseiten", erklärt Kirchner. Die über die Wettbewerbsbeiträge befindende, aus dem Kunstbeirat der Buga rekrutierte Jury, zu der Vertreter des Landes, der Stadt und verschiedener Künstlergruppierungen gehören, wird am Freitag, 7. Mai, ihr Ergebnis vorstellen.

    Lieselotte Sauer-Kaulbach

     

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