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    Mainz

    Bei dieser Party hätte Mozart gerne mitgefeiert

    „Ausgebucht!!“ steht in der Internet-Ankündigung für Mozarts „Zauberflöte“. Und in der Tat: Der Rote Saal der Hochschule für Musik auf dem Uni-Campus ist voll. Besetzt zu zwei Dritteln von den Angehörigen und Freunden dieser Kooperation mit dem Thüringischen Landestheater Rudolstadt, zu einem Drittel von dem – halbierten – Orchester und zeitweilig von dem großen Chor der Hochschule.

    Mainz - „Ausgebucht!!“ steht in der Internet-Ankündigung für Mozarts „Zauberflöte“. Und in der Tat: Der Rote Saal der Hochschule für Musik auf dem Uni-Campus ist voll. Besetzt zu zwei Dritteln von den Angehörigen und Freunden dieser Kooperation mit dem Thüringischen Landestheater Rudolstadt, zu einem Drittel von dem – halbierten – Orchester und zeitweilig von dem großen Chor der Hochschule.

    Auf der sehr kleinen Bühne agieren auf das Lebhafteste 18 Solisten unter der höchst einfallsreichen Regie von Katharina Thoma. Irina Bartels (Kostüme) hat die mehr oder weniger aktuelle Kleidung der Spieler nur mit jeweils signifikanten Accessoires versehen: der moderne Prinz Tamino (Christian Rathgeber) zum Beispiel trägt zum Zeichen seines Standes und der brennenden Liebe zu Pamina (Anne Ganzenmüller) einen roten Schal, Papageno (Richard Logiewa) zu den aufgekrempelten hellen Hosen bunte Federchen in den braunen Locken. Der improvisierte Vorhang (Bühnenbild: Wilfried Buchholz) besteht aus zwei dreiteiligen, virtuos genutzten und von den Akteuren eigenhändig bewegten Bambusstangenstellwänden.

    Fantasievolle Pantomimen verdeutlichen und verbinden die häufig wechselnden Szenen und Verwandlungen. Papagena (Katrin Le Provost) muss sich üblicherweise auf offener Bühne verwandeln. Sie tut das spielfreudig überzeugend. Was dann etwa für die Feuer- und Wasserprobe noch nötig ist, besorgt das Licht (Frank Keller). Nur fünf Wochen haben die Künstler-Kommilitonen unter der Gesamtleitung von Prof. Claudia Eder für das, im Wortsinn, glanzvolle Gesamtkunstwerk geprobt. Aber der ebenerdig stehende, jedoch feierlich befrackte Professor Wolfram Koloseus hat musikalisch alles unter seiner stimulierenden Kontrolle: das lebendig musizierende Orchester, mit dem zusammen er sogar einmal selbst in die Tasten greift, und vor allem die Solisten, die er stumm mitsingend suggestiv unterstützt.

    Sie alle sind – auch schauspielerisch – großartig. „Herrlich, himmlisch, göttlich!“ sagt Papageno. Das gilt zwar dem ihm von den drei Damen gereichten Wein, lässt sich aber geradeso auf diese Inszenierung beziehen, die professioneller nicht sein könnte. Dabei ist der Würde ausstrahlende Sarastro (Florian Küppers, Bass) erst im zweiten Semester, und Papageno steht vor dem Vordiplom. Die Königin der Nacht (Alexandra Samouilidou) schafft den furienhaften Auftritt und die Koloraturen der Rache-Arie mit Bravour. Die Seria- und Buffa-Elemente der Oper kommen so gleichermaßen zum Zuge. Und wenn das ganze berückend junge Theater nach zwei Stunden auf der Bühne in Party-Stimmung übergeht, hätte Mozart bestimmt gern mitgefeiert.

    Fast alle Rollen sind übrigens doppelt besetzt. Am 19. Juni wird eine Open-Air-Veranstaltung im Mainzer Botanischen Garten der Höhepunkt des Musikfests zur Eröffnung der „Grünen Schule“ sein. Und danach geht es für zehn weitere Aufführungen im Rahmen des dortigen Spielplans an das Landestheater Rudolstadt.

    Brigitte Dörrlamm

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