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    Ausstellung: In den Fußstapfen von Lawrence von Arabien

    1962 drehte David Lean mit Peter O. Toole und Omar Sharif einen Film über das Leben von Thomas Edward Lawrence. Er machte den britischen Archäologen, Geheimagenten und Schriftsteller zu einer der international bekanntesten, legendärsten Figuren des 20. Jahrhunderts, nicht zuletzt wegen seiner Beteiligung an dem britisch beförderten Aufstand der Araber gegen das Osmanische Reich während des Ersten Weltkriegs.

    „Die sieben Säulen der Weisheit“ lautet der Titel dieser Fotografie, die der Kölner Fotokünstler Boris Becker auf seiner Reise durch Syrien und Jordanien schoss. Dieses und weitere seiner „Desert Images – Wüstenbilder“ stellt Becker derzeit im Haus Metternich in der Koblenzer Innenstadt aus.
    „Die sieben Säulen der Weisheit“ lautet der Titel dieser Fotografie, die der Kölner Fotokünstler Boris Becker auf seiner Reise durch Syrien und Jordanien schoss. Dieses und weitere seiner „Desert Images – Wüstenbilder“ stellt Becker derzeit im Haus Metternich in der Koblenzer Innenstadt aus.
    Foto: Boris Becker
    Koblenz - 1962 drehte David Lean mit Peter O. Toole und Omar Sharif einen Film über das Leben von Thomas Edward Lawrence. Er machte den britischen Archäologen, Geheimagenten und Schriftsteller zu einer der international bekanntesten, legendärsten Figuren des 20. Jahrhunderts, nicht zuletzt wegen seiner Beteiligung an dem britisch beförderten Aufstand der Araber gegen das Osmanische Reich während des Ersten Weltkriegs.

    Dass die Faszination des Lawrence von Arabien immer noch wirkt, bewies im vergangenen Jahr eine ihm gewidmete Ausstellung im Kölner Jost-Rautenstrauch-Museum. Mit dabei: Fotos, aufgenommen von Lawrence selbst, der ein begeisterter Hobbyfotografen war, und von Boris Becker. Der Fotokünstler aus Köln war auf den Spuren des Archäologen durch Syrien und Jordanien gereist, also Länder, durch die Lawrence als junger Archäologiestudent gewandert war, um die Architektur von Kreuzfahrerburgen zu erforschen.

    Während Beckers Reise entstanden großformatige Wüstenbilder („Desert Images“), die jetzt in einer Ausstellung der Arbeitsgemeinschaft bildender Künstler am Mittelrhein im Haus Metternich zu sehen sind. Die Fotos sind ganz klassisch mit einer analogen Großformatkamera aufgenommen, erklärt der 1961 in Köln geborene Fotograf, der in Berlin bei Wolfgang Ramsbott und in Düsseldorf bei Bernd Becher studierte.

    Becker sucht sich seine Motive sehr bewusst aus: Die jetzt ausgestellten Bilder sind nicht etwa aus einer großen Auswahl herausgefiltert. „Ich drücke nur dann auf den Auslöser, wenn ich mir meiner Sache auch einigermaßen sicher bin“, erklärt Boris Becker. Für manche seiner Fotos ist er deshalb mehrfach Hunderte von Kilometern durch die Wüste gefahren, bis das Licht genau so war, wie er es sich vorstellte. Licht, das vorzugsweise von der Seite kommt und so monolithische Gesteinsformationen zu natürlichen, ungeheuer plastisch wirkenden Skulpturen macht. Diese sind geformt, poliert und aufgeraut von Wind und Wetter, vom Sand, der sich dann und wann wie ein leichter Schleier über die ansonsten gestochen scharfen Aufnahmen legt.

    Er sei einer, unterstreicht der mittlerweile zur fotografischen Spitzenklasse avancierte Becker, der sich das Unwahrscheinliche nicht aus dem Internet zusammenbastle und überarbeite, bis er den gewünschten Effekt erreiche. „Ich suche für meine Fotos vielmehr so lange, bis ich das Unwahrscheinliche wirklich in der Realität finde.“ Für seine Wüstenbilder entdeckte Becker dieses Unwahrscheinliche beispielsweise in einer fast geometrisch gegliederten Szenerie, zusammengesetzt aus gleißend heller Sanddüne, dunklem Felsen und blauem Himmel. Oder ihn reizte ein rötlicher Steinblock, der sich wie ein Portal gegen fast schmerzhafte Himmelsbläue abhebt. Ein anderes Bild zeigt die wie Linien in die Landschaft gezogenen deutschen Schützengräben aus dem Krieg gegen die Osmanen. Sie sind winzig gegen die Unendlichkeit der sanft geschwungenen, wie ein zart abgetöntes Aquarell anmutenden Gebirge im Bildhintergrund.

    Wadis, Hochplateaus, Felsformationen und Dünen: Diese Wüstenidyllen in Beckers Bildern suggerieren die grenzenlose Weite und Größe, wirken unberührt. Die Realität sieht mitunter allerdings anders aus. „Es ist eher so“, erzählt Becker, „dass man immer wieder mit Touristenjeeps rechnen muss. Oder auch mal mit einer Aldi-Tüte, die der Wind von irgendwoher ins Bild geweht hat.“

    Die Ausstellung im Haus Metternich am Münzplatz ist bis zum 15. April zu sehen, dienstags bis sonntags von 14 bis 17 Uhr.

    Von unserer Mitarbeiterin Lieselotte Sauer-Kaulbach

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