40.000
Aus unserem Archiv

Kommentar contra: Sicherheit der Polizisten hat Priorität

Jeder achte Deutsche trägt eine Tätowierung. Es ist also eine wichtige Frage, ob dieser Körperschmuck auch Polizisten im Dienst gestattet sein sollte. Bis vor Kurzem hätte ich diese Frage auch ganz sicher mit Ja beantwortet. Die Polizeihochschule des Landes hat nun eine umfassende Studie zum Thema erstellt. Daraus kann ich nur eine Konsequenz ableiten: Polizisten im Dienst sollten keine sichtbaren Tattoos tragen dürfen – zu ihrer eigenen Sicherheit.

Carsten Zillmann ist gegen Tattoos bei Polizisten

Das Für und Wider in Sachen Körperschmuckkunst sollte im Falle der Polizei keine reine Geschmacksfrage sein. Besagte Studie hat danach nicht gefragt. Überprüft wurde, wie Polizisten, die Tätowierungen oder Piercings zu ihrer Uniform tragen, von Bürgern im ersten Moment wahrgenommen werden. Der erste Moment ist gerade bei Polizisten entscheidend. Sie werden zu Einsätzen gerufen, müssen unübersichtliche Situationen schnell und souverän lösen, begeben sich dabei stets in Gefahr. Das Ergebnis ist recht eindeutig: Die Uniform hilft dabei. Sie allein strahlt Vertrauenswürdigkeit, Autorität und Kompetenz aus. Tattoos und Piercings mindern den Effekt. Ein Polizist, der weniger vertrauenswürdig und kompetent erscheint, läuft Gefahr, häufiger attackiert zu werden. Sein individuelles Einsatzrisiko steigt also. Es wäre einfach nicht nachvollziehbar, einerseits über die zunehmende Anzahl von Übergriffen auf Beamte im Dienst zu sprechen und gleichzeitig deren Risiko mit einer neuen Dienstvorschrift zu erhöhen.

Nun sind doch Tätowierungen gesellschaftlich längst akzeptiert, werden Kritiker entgegnen. Stimmt. Niemand wird einen Menschen grundsätzlich ablehnen, weil er Tinte unter seiner Haut trägt. Allerdings hat man in den meisten Situationen auch genügend Zeit, diese Personen kennenzulernen. Die fehlt bei Schutzleuten im Dienst nun einmal grundsätzlich. Gesellschaftlicher Wandel ist das eine, unterbewusste Wahrnehmungsmuster sind das andere.

Die politisch Verantwortlichen sollten ihre Entscheidung sorgfältig abwägen. Und egal, wie sie ausfällt: Vielleicht muss sie in 5, 10 oder 20 Jahren überdacht werden. Wenn sich die Wahrnehmung weiter ändert, spricht auch nichts gegen Tattoos im Dienst. Doch so lange gilt: Safety first!

Kommentar
Meistgelesene Artikel
Anzeige
epaper-startseite
Anzeige
News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
  • Lokalticker
  • Regionalsport
  • Newsticker
Das Wetter in der Region
Mittwoch

3°C - 7°C
Donnerstag

2°C - 7°C
Freitag

3°C - 6°C
Samstag

3°C - 6°C

Das Wetter wird Ihnen präsentiert von:

Das Wetter in Koblenz
Mittwoch

2°C - 5°C
Donnerstag

2°C - 7°C
Freitag

3°C - 6°C
Samstag

3°C - 6°C
UMFRAGE
Aus für die Lindenstraße - Wird Ihnen die Kultserie fehlen?

Das Ende der Fernsehserie „Lindenstraße“ sorgt für Diskussionen. Viele sind mit ihr aufgewachsen, werden die Kultcharaktere vermissen. Sie auch?

Ihre Fragen, Hinweise oder Kritik

Onlinerin vom Dienst

Celina de Cuveland

0157/86301747

Kontakt per Mail

Fragen zum Abo: 0261/98362000

Anzeige
Wirtschaft im nördlichen Rheinland-Pfalz
Event-Kalender
Veranstaltungstipps

Sie haben einen Veranstaltungstipp für uns? Hier geht's zum Formular!