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    Kommentar: Der Eignungstest für Autofahrer braucht klare und faire Regeln

    Auto und Führerschein bedeuten für viele Menschen persönliche Freiheit und oft auch wirtschaftliche Absicherung. Denn ohne Fahrerlaubnis können viele Arbeitnehmer ihren Job nicht erfüllen. Deshalb darf die medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU), die bei schweren oder wiederholten Verkehrsvergehen fällig ist, noch nicht einmal den Hauch von Willkür haben.

    Eva Quadbeck
über eine 
Reform
der MPU

    Die aktuellen Regeln sind nicht ausreichend transparent. In Teilen sind sie sogar unfair: Es gibt keine Regelung, mit welchen Fristen ein Betroffener über seine MPU informiert wird und in welchem Zeitraum er sie ablegen muss. Auch bei der Überprüfbarkeit der Ergebnisse einer MPU gibt es Nachbesserungsbedarf. Ein Einspruch gegen die Entscheidung eines einzelnen Psychologen muss möglich sein. Die Große Koalition sollte diese Reform unbedingt noch vor dem Wahlkampf 2017 anpacken.

    Um Missverständnisse zu vermeiden: Bei einer Reform der MPU soll es selbstverständlich nicht darum gehen, möglichst allen wieder zum Führerschein zu verhelfen. Wem es nicht gelingt, nachzuweisen, dass er seinen Alkoholkonsum im Griff hat beziehungsweise von illegalen Drogen die Finger lässt, der kann seine Fahrerlaubnis nicht zurückbekommen. Denn Alkohol- und Drogenabhängige stellen für andere Verkehrsteilnehmer eine Gefahr dar. Klare und faire Regeln für die MPU sollen Gerechtigkeit schaffen bei der weitreichenden Entscheidung über den Führerschein. Die Verkehrssicherheit muss dabei weiterhin an erster Stelle stehen.

    Reformbedarf gibt es auch bei den Gesamtkosten der MPU. Die Untersuchung selbst ist mit 400 Euro nicht so teuer. Wer wegen Alkohol oder anderer Drogen am Steuer auch noch Urin- und Haaranalysen vornehmen lassen muss, zahlt weitere 200 bis 600 Euro. Doch die Vorbereitung auf das eigentliche Gespräch liegt mit rund 1000 Euro zu hoch. Windigen Geschäftemachern in diesem Bereich muss das Handwerk gelegt werden. Preiswerte Broschüren und Flyer können sicherlich auch vielen Menschen bei der Vorbereitung helfen.

    E-Mail: eva.quadbeck@rhein-zeitung.net

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