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    Waltz-Show beim Filmfest Venedig – ohne den Star

    Als Fiesling und Zyniker in den Filmen von Quentin Tarantino wurde Christoph Waltz weltberühmt. Nun, rund sechs Monate nach seinem zweiten Oscar-Gewinn, zeigt sich der 56 Jahre alte Schauspieler von einer anderen, weicheren Seite.

    The Zero Theorem
    Terry Gilliam stellt «The Zero Theorem» in Venedig vor.
    Foto: Claudio Onorati - DPA

    In «The Zero Theorem» verkörpert der gebürtige Wiener einen einsamen, depressiven Computerspezialisten, der mit dem Leben in der Zukunft hadert.

    Das mit Spannung erwartete Werk von Terry Gilliam (72) wurde am Montag bei den Filmfestspielen Venedig vorgestellt, wo es im Wettbewerb um den Goldenen Löwen konkurriert. Ein deutscher Kinostart steht noch nicht fest.

    Gilliam, einst Gründungsmitglied der «Monty Python»-Gruppe und Regisseur von Werken wie «Fear and Loathing in Las Vegas», «König der Fischer», «12 Monkeys» oder «Das Kabinett des Dr. Parnassus», wird für seine einfallsreichen Visionen auf der Kinoleinwand von vielen Fans verehrt.

    Auch in «The Zero Theorem» blitzen diese verspielten Ideen auf, Gilliams Vision von der Zukunft ist zumindest auf den ersten Blick bunt und grell überladen. Dennoch ist vieles in diesem Science-Fiction-Stück nicht wirklich neu: Eine omnipräsente Macht überwacht jeden und alles. Die Köpfe verschiedener Menschen können mit Hilfe von Kabeln miteinander synchronisiert werden. Und das Leben ist eher emotionslos unterkühlt.

    Das merkt auch die Hauptfigur Qohen Leth. Waltz zeigt einen von Ängsten getriebenen Mann, der in einer alten Kirche haust und manisch auf einen Anruf wartet. Hin und wieder blitzt dabei auch das waltz'sche Grinsen auf; hier aber deutlich weniger sarkastisch als in Tarantinos Werken «Inglourious Basterds» und «Django Unchained», sondern eher als Zeichen eines Getriebenen, eines Gequälten. Seine Suche nach dem Sinn des Lebens gleicht einer Tour de Force, deren Auflösung bei Gilliam allerdings recht simpel ausfällt.

    Sein Film sei von der Zukunft eingeholt worden, fand der Regisseur am Montag vor der abendlichen Premiere in Venedig. «Ich finde es interessant, wie viele Menschen virtuelle Beziehungen haben, oft sogar unter falschem Namen», sagte er in Hinblick auf soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter. «Das macht mir Sorgen.» Viel mehr Interpretationen lieferte er jedoch nicht. «Ich möchte Fragen aufwerfen, keine Antworten geben.»

    Und sein Hauptdarsteller Waltz? Der konnte auch nicht weiterhelfen - er war, wie seine Co-Stars Matt Damon und Tilda Swinton, gar nicht nach Venedig gekommen. Er arbeitet wohl schon wieder an einem neuen Projekt.

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