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Venedig

Teenie-Stars Gomez und Hudgens als böse Mädchen

dpa

Brave Mädchen, das waren Selena Gomez (20) und Vanessa Hudgens (23) lange genug. Mit familientauglichen Filmen wie «Plötzlich Star» und «High School Musical» feierten sie riesige Erfolge und eroberten große Fangemeinden.

69. Filmfestspiele in Venedig – Spring Breakers
Vanessa Hudgens (l) und Selena Gomez stellen ihren Film «Spring Breakers» in Venedig vor.
Foto: Claudio Onorati – DPA

Böses oder Schlechtes war über sie fast nie zu lesen. Doch mit dem Image als nette Mädchen von nebenan könnte es nun vorbei sein. Denn die Teenie-Stars zeigen sich in dem Film «Spring Breakers», der am Mittwoch beim Filmfestival Venedig im Wettbewerb lief, als «very bad girls», als sehr, sehr böse Mädchen. Sie gehören zu einer Gang, die bei einem Party-Urlaub in Florida Alkohol in rauen Mengen trinkt, kokst, freizügigen Sex – auch miteinander – hat und bewaffnete Überfälle verübt.

Es ist einer der konsequentesten Brüche mit der bisherigen Karriere, den die beiden Jung-Stars mit «Spring Breakers» hinlegen. Andere Schauspieler, die wie Zac Efron oder Robert Pattinson als Teenie-Schwärme erfolgreich wurden, versuchen irgendwann sich als ernst zu nehmende Charakterdarsteller zu etablieren. Anders Hudgens und Gomez: Sie spielen als dauer-knapp-bekleidete Bikini-Schönheiten in «Spring Breakers» mit ihrem süßen Unschulds-Bild und bekamen dafür beim Filmfest viel Applaus.

«Ich weiß natürlich, dass man, wenn man vom Disney-Kanal kommt, eine Art Marke wird», sagte Gomez, Freundin von Popstar Justin Bieber (18). «Du bekommst ein Image aufgedrückt.» Dieser Film sei für sie eine Möglichkeit zu wachsen. «Es ist, glaube ich, etwas schockierend für jüngere Zuschauer, gerade wenn man so einen Hintergrund hat wie ich. Aber es war das Richtige für mich. Ich mache alles für meine jüngeren Fans – das hier war mehr für mich.»

Der US-Regisseur Harmony Korine, der sich mit seinem Drehbuch zu dem Jugenddrama «Kids» einen Namen gemacht hat, beschreibt in «Spring Breakers» das Phänomen in den USA, bei dem Tausende College-Studenten im Frühjahr in südliche Staaten reisen und dort ungehemmt feiern. So wie Faith (Gomez), Candy (Hudgens) und ihre beiden Freundinnen, die sich ihren Traum vom Feier-Marathon erfüllen.

Korine inszeniert das wie einen ausgedehnten Musik-Clip. Schnelle Schnitte, pumpende Partymusik, grelle Farben, aufblitzende Rückblenden. Damit fängt er perfekt die ausgelassene Stimmung in Florida ein. Als die Mädchen dann den Drogendealer Alien (James Franco) treffen, wird «Spring Breakers» gefährlicher, dunkler, brutaler. Eine der vier setzt sich zwar bald ab, doch die anderen finden Gefallen an Waffen, Überfällen, Sex-Spielen.

«Wir waren total nervös», beschrieb Hudgens, berühmt durch «High School Musical», den Dreh einiger Szenen. Sie hätten aber auch «die Zeit unseres Lebens» gehabt. «Wir konnten unsere verrückte Seite zeigen.» Ihr Fazit? «Ich bin wirklich sehr stolz auf diesen Film.» Möglicherweise ist «Spring Breakers» also wirklich nur der Beginn einer neuen Karriere jenseits braver Mädchen-Klischees.

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