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    Berlin

    Neu auf DVD: «Goldenes Königreich» von Brian Perkins

    Sie sind jung und sie sind Waisen, die Kindermönche Wezananda, Thiridema, Awadadema und Witazara. Nur ihr Abt Sayadaw kümmert sich um die vier Jungs: Er ist alles für sie, Mentor, Vater und geistige Mitte und das kleine Kloster in den Bergen Myanmars ist ihre Heimat.

    Goldenes Königreich
    «Goldenes Köngigreich» - ein schöner Blick ins ländliche Myanmar.
    Foto: Tiberius Film - dpa

    In seinem ersten Langfilm «Goldenes Königreich» nimmt uns US-Regisseur, Produzent und Autor Brian Perkins mit in ein ländliches Myanmar, abseits aller Touristenströme. Seit das Militärregime 2011 zurücktrat, öffnet sich das Land in großen Schritten. Noch ist es für Ausländer aber nicht selbstverständlich, im früheren Birma Filme zu drehen. Als Perkins keine Dreherlaubnis erhielt, drehte er ohne Genehmigung der Behörden.

    Es ist nur ein Brief, der das idyllische Klosterleben von Grund auf verändert. Schnell wird deutlich, es gibt eine Welt außerhalb der buddhistischen Meditation und die zurückgezogen lebende Klostergemeinschaft ist vor ihr nicht geschützt. Abt Sayadaw muss das Kloster verlassen, ein Anlass wird nicht genannt, wie lange ist unklar, aber die Jungen, sie bleiben allein zurück.

    Dort meistern sie ihren Alltag so wie sie es gewohnt sind, sie beten, sie spielen, sie meditieren, das Essen wird aus dem nahen Dorf gebracht. Und doch dauert es nicht lange, da bleibt es aus, unheimliche Dinge geschehen, Geister treten auf. Der älteste der Klosterschüler, Witazara, vom Abt gebeten, für die Mitbrüder zu sorgen, trifft eine Entscheidung. Er verlässt das Kloster, um Hilfe zu suchen. Seine Reise in die Außenwelt wird zu einer Prüfung seiner eigenen Grenzen, zwischen den Geistern im Regenwald und den realen Toten auf den Feldern.

    «Goldenes Königreich», fast ausschließlich mit Laiendarstellern gedreht, lief auf der Berlinale 2015 im Jugendwettbewerb Generation K-Plus. Er ist aber kein Jugendfilm allein und auch keine Dokumentation: Auch wenn er kriegerische Gewalt und Vertreibung der Landbevölkerung zitiert, ist die deutsch-amerikanische Koproduktion nicht vor einer konkreten, historischen Folie angesiedelt. Der Schnitt (Sebastian Bonde, «Tatort»), die Kamera von Bella Halben («Baader») und nicht zuletzt die von Skywalker/Lucas-Film in Kalifornien realisierten Soundeffekte lassen eintauchen in einen ganz eigenen Rhythmus.

    «Goldenes Königreich» ist eine Hommage an das einfache Leben, das seine Schönheit aus der Einfachheit gewinnt. Der Film ist eine Widmung an die Kraft der Spiritualität. Für westliche Augen vielleicht ungewohnt sind die Vorstellung von Geistern und Dämonen im ländlichen Myanmar Teil der Alltagskultur: gezeigt wird das religiöse Leben als Teil des wirklichen Lebens und das Unwirkliche als Teil von beidem.

    Als der Novize Koyin Witazara (Shine Htet Zaw) die Verantwortung für seine Mitbrüder übernimmt, stützt er sie auch spirituell, er erzählt ihnen die Geschichte des Affenkönigs, der sein Leben für sein Volk opfert. Es ist Witazaras Lieblingsgeschichte, denn «Meine Oma hat mir erzählt, dass Geschichten und Menschen bis in alle Ewigkeit weiterleben, nur wenn sie vergessen werden, sterben sie.»

    Brian Perkins hat lange Asien und Indien bereist; doch der Ort, das Kloster in den Bergen, so sagt er, habe ihn gefunden, nicht umgekehrt. Sieht man die Geschichte über Witazara und seine Freunde - man glaubt es ihm.

    Regisseur Brian Perkins im Berlinale-Night-Talk von Radio Eins

    Golden Kingdom bei IMDB

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