40.000
  • Startseite
  • » Kino & TV
  • » Kinonews
  • » Kulinarische Romanze «Lunchbox» auf DVD
  • Aus unserem Archiv
    Berlin

    Kulinarische Romanze «Lunchbox» auf DVD

    Die Männer mit den merkwürdigen Henkelmännern sind aus dem Stadtbild der indischen Metropole Mumbai nicht wegzudenken: Die sogenannten Dabbawallas betreiben einen Lieferservice für Lunchpakete, die Frauen ihren berufstätigen Männern am Vormittag schicken

    "Lunchbox"
    Die Botschaften von Saajan verändern Ilas (Nimrat Kaur) Leben .
    Foto: AKFPL/NFP - DPA

    Berlin (dpa) - Die Männer mit den merkwürdigen Henkelmännern sind
    aus dem Stadtbild der indischen Metropole Mumbai nicht wegzudenken:
    Die sogenannten Dabbawallas betreiben einen Lieferservice für
    Lunchpakete, die Frauen ihren berufstätigen Männern am Vormittag
    schicken

    Viele der etwa 5000 Dabbawallas sind Analphabeten, dennoch
    ist ihre Fehlerquote bei der Zustellung der Mittagessen inmitten des
    Verkehrschaos der Großstadt verschwindend gering.

    Für den jungen indischen Regisseur Ritesh Batra, der in Mumbai
    geboren und aufgewachsen ist, bildeten die flinken Essenskuriere den
    Aufhänger für seinen ersten abendfüllenden Spielfilm. In «Lunchbox»
    erzählt er detailverliebt, humorvoll und einfühlsam die
    Liebesgeschichte zwischen einer einsamen Hausfrau und einem
    Versicherungsangestellten, der kurz vor seiner Pensionierung steht. Der Film liegt jetzt auch als DVD und Blu-ray vor. Als Bonus gibt es ein Interview mir Regisseurin Ritesh Batra.

    Jeden Morgen kocht Ila (Nimrat Kaur) für ihren Mann ein köstliches
    Mittagessen, aber die Leckereien landen beim falschen Adressaten, dem
    stillen Büroarbeiter und Witwer Saajan (Irrfan Khan, «Slumdog
    Millionär»). Als Ila ihren Irrtum bemerkt, steckt sie Saajan kleine
    Briefchen in die Lunchbox, die der scheue Mann prompt beantwortet. So
    lernen sich die beiden kennen, obwohl sie sich nie gesehen haben. Als
    Ila feststellt, dass ihr Mann sie betrügt, will sie sich mit ihrem
    kulinarischen Brieffreund treffen. Aber der zögert vielleicht einen
    Moment zu lange. Oder geht Liebe doch durch den Magen?

    Im Zeitalter von E-Mails und allgegenwärtiger Smartphones
    erscheint der Briefwechsel der beiden hoffnungslos altmodisch, aber
    genau dies macht den Reiz von Batras Film aus. Seine Protagonisten
    scheinen aus der Zeit gefallen zu sein, unverbesserliche Nostalgiker,
    die den Traum von der großen Liebe noch nicht aufgegeben haben. In
    einer Szene mietet sich Saajan eine Rikscha und sucht die Häuser
    seiner Kindheit, abends steht er lange rauchend auf seiner Veranda.
    Die emsige Köchin Ila, deren Eheglück zerbrochen ist, steht am Herd
    und bespricht ihre Rezepte laut mit der «Auntie», die der Zuschauer
    nie zu Gesicht bekommt.

    Es sind die vielen kleinen Alltagsszenen, die den Reiz dieser
    indisch-französisch-deutschen Koproduktion ausmachen: Die qualvolle
    Enge in den Pendlerzügen, die spielenden Kinder auf der Straße vor
    dem Haus von Saajan, oder seine freudige Erwartung, wenn er die
    Lunchbox öffnet und die Düfte ihm in die Nase steigen. Wer solche
    Gerichte kocht, muss einfach ein Engel sein.

    Filmseite

    Kinonews
    Meistgelesene Artikel
    Ihre Fragen, Hinweise oder Kritik
    Claus Ambrosius 

    Leiter Kultur

    Claus Ambrosius

     

    Kontakt per Mail

    Ihre Fragen, Hinweise oder Kritik

    Redakteurin Kultur

    Anke Mersmann

     

    Kontakt per Mail

    Ihre Fragen, Hinweise oder Kritik

    Redakteurin Kultur

    Melanie Schröder

     

    Kontakt per Mail

    Event-Kalender
    Veranstaltungstipps

    Sie haben einen Veranstaltungstipp für uns? Hier geht's zum Formular!