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    Los Angeles

    Klaußner bei den Oscars «zehn Minuten» enttäuscht

    Schauspieler Burghart Klaußner, der in dem Schwarz-Weiß-Drama «Das weiße Band» einen sittenstrengen Pfarrer spielt, war bei der Oscar-Gala nur kurz enttäuscht.

    Burghart Klaußner
    Burghart Klaußner hat seine Enttäuschung schnell überwunden.

    Zusammen mit Regisseur Michael Haneke, dessen Frau Susie, Susanne Lothar und Nachwuchsschauspieler Christian Friedel erlebte Klaußner die Gala am Sonntagabend live im Kodak Theatre in Hollywood mit. «Die Enttäuschung war natürlich zehn Minuten lang schon da, aber länger auch nicht», sagte der 60-jährige gebürtige Berliner nach der Show der Deutschen Presse-Agentur dpa. Hanekes «Das weiße Band» war im Rennen um den Oscar für den besten nicht-englischsprachigen Film leer ausgegangen.

    Herr Klaußner, welcher Moment hat sie bei der Preisverleihung am meisten berührt?

    Burghart Klaußner: «Für mich war der bewegendste Moment – das fand ich wirklich ein besonderes Ereignis – als Barbra Streisand sagte "This is the moment" (Das ist der Moment) und damit sagte, dass zum ersten Mal eine Frau (Kathryn Bigelow) den Regiepreis gewinnt. Und vielleicht spielt die Geschichte ja da eine ganz logische Melodie, wenn eine Frau zwar gewinnt, aber den männlichsten Film («Tödliches Kommando – The Hurt Locker») aller Zeiten macht.»

    War die Preisverleihung mehr Show als erwartet?

    Klaußner: «Beeindruckend war das, weil das sehr professionell da zugeht. Da sind sehr viele Menschen in diesem Saal, das ist eine Großveranstaltung, und es ist offensichtlich ernst gemeint. Die wollen wirklich etwas damit sagen. Nämlich, dass sie den Film als solches mögen und dass sie ihre Schauspieler und ihre Regisseure mögen, und dass sie fest entschlossen sind, die Macht im Filmbusiness nicht nur an sich gerissen zu haben, sondern auch zu behalten. Besonders beieindruckend finde ich auch, dass sich die Stars des amerikanischen Kinos alle zur Verfügung stellen, um in dieser Veranstaltung auch nur in einer winziger Sekunde aufzutreten. Kate Winslet hatte fünf Sätze, es machte aber unglaublich was her, wenn sie das so toll verkauft. Oder Tom Hanks tritt auf, Sean Penn tritt auf, Barbra Streisand tritt auf.»

    Wie groß war das Interesse an dem deutschen Film?

    Klaußner: «Frau Streep, mit der ich gestern das Vergnügen hatte, länger über "Das weiße Band" zu sprechen, die war schon zweimal in dem Film und war total begeistert. Meryl Streep war vollkommen besoffen von dem Film, hat sich gar nicht mehr eingekriegt und hat jedes Detail gewusst und war sehr bereit, auch darüber zu reden. Das war auf einer Party in einer Privatvilla von so einem Sony-Boss, der die Nominierten, die er in seinem Verleih hat, eingeladen hatte. Und das ist unprätentiös, das ist auch das angenehme. Natürlich ist der Auflauf am roten Teppich eine Riesenveranstaltung, die auch inszeniert ist, weil der Applaus immer mit Schildern «Applaus» kommt. Die wissen das schon zu richten, aber im Großen und Ganzen wird auch nur mit Wasser gekocht.»

    Interview: Barbara Munker, dpa

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