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Jeff Bridges hat endlich seinen Oscar

Los Angeles (dpa). Jeff Bridges ist Hollywoods Chamäleon, ein Verwandlungskünstler, der jedes Genre meistert – nun wurde er dafür endlich mit einem Oscar belohnt.

82. Oscar Verleihung
Jeff Bridges mit dem lang ersehnten Oscar.

 Jeff Bridges
Jeff Bridges als Countrysänger in "Crazy Love".

Und wieder einmal war es die Rolle eines Außenseiters, eines schrägen Typen, die Bridges' Ruhm und Ehre einbrachte: In dem Drama «Crazy Heart» spielt er einen abgehalfterten Country-Sänger – ohne Schnörkel und mit Tiefe. Es war die fünfte Oscar-Nominierung und der erste Triumph, ein Triumph, der Bridges sichtlich umhaute. Er bedankte sich überschwänglich und bei fast jedem, vor allem aber bei seiner Frau Sue, mit der er seit 33 Jahren verheiratet ist, und seinen drei erwachsenen Töchtern. «Ohne Euch wäre ich nicht hier oben», sagte er.

Bereits eine kleine Auswahl seiner Rollen zeugt von seiner Vielseitigkeit: In der neuen Militärsatire «Männer, die auf Ziegen starren» glänzt Bridges an der Seite von George Clooney als langhaariger Hippie in Soldatenuniform. In «New York für Anfänger» mimt er einen coolen New Yorker Altyuppie, in dem Comic-Action- Streifen «Iron Man» wird er zum Gegenspieler des Superhelden, gespielt von Robert Downey Jr. In dem Mystery-Thriller «K-Pax – Alles ist möglich» gerät er als Psychiater an einen rätselhaften Patienten (Kevin Spacey), in «Rufmord – Jenseits der Moral» gibt er als US- Präsident den Ton an. «Ich habe nie einen geradlinigen Kurs als Movie-Star verfolgt», begründete er einmal seine abwechslungsreiche Karriere. «Ich freue mich jedes Mal über eine 90-Grad-Wende von meiner letzen Rolle».

Der Weg nach Hollywood war Bridges quasi in die Wiege gelegt worden. Seine erste Filmrolle hatte er als Baby in den Armen von Jane Grey in «The Company She Keeps». Dazu kam er, weil sein Vater Lloyd Bridges ein erfolgreicher Hollywood- und TV-Darsteller war. Jeff, der jüngste Sohn der Dynastie, zu der auch sein älterer Bruder Beau Bridges gehört, ist längst der berühmteste und erfolgreichste Namensträger.

Zum ersten Mal für einen Oscar nominiert wurde Bridges vor fast vier Jahrzehnten, in dem Kultfilm «Die letzte Vorstellung» von Peter Bogdanovich. Drei weitere Nominierungen folgten 1974 für «Die letzten beißen die Hunde», 1985 für «Starman» und 2001 für «Rufmord – Jenseits der Moral».

Sein musikalisches Talent zeigte er an der Seite seines Bruders Beau in «Die fabelhaften Baker Boys». Als Barmusiker verdreht er einer Sängerin, gespielt von Michelle Pfeiffer, den Kopf. Terry Gilliam holte ihn für die skurrile Komödie «König der Fischer» vor die Kamera. In dem Drama «Fearless – Jenseits der Angst» überlebt er einen Flugzeugabsturz, in «Seabiscuit – Mit dem Willen zum Erfolg» spielt er den Besitzer eines in den 30er Jahren berühmt gewordenen Rennpferdes. In der Romanverfilmung «The Door in the Floor – Die Tür der Versuchung» brilliert Bridges in der Rolle eines extrovertierten Schriftstellers, dessen Ehefrau (Kim Basinger) an dem Unfalltod ihrer Söhne zerbricht. Unter der Regie der Coen-Brüder gibt er in «The Big Lebowski» den lebensweisen Verlierertypen.

Nachdem ihm in seinen frühen Jahren in der Boulevard-Presse Rauschgift-Erlebnisse und Affären mit Kolleginnen vorgerechnet wurden, wendete sich vor mehr als drei Jahrzehnten das Blatt. Seit 1977 ist Bridges mit der Fotografin Susan Gaston verheiratet. Sie waren sich bei den Dreharbeiten zu «Rancho Deluxe» begegnet, als Gaston noch als Dienstmädchen auf einer Ferienranch jobbte.

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