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    Köln

    Iranischer Regisseur wieder aufgetaucht

    Der unter mysteriösen Umständen verschwundene iranische Regimekritiker und Filmemacher Daryush Shokof ist in Köln wieder aufgetaucht. Ob der 55-Jährige, der in Berlin lebt, möglicherweise Opfer einer Entführung wurde, sei bislang völlig unklar, sagte ein Sprecher der Kölner Staatsanwaltschaft.

    Insgesamt gebe es sehr viele Spekulationen zu dem Fall, die Hintergründe lägen im Dunkeln. Nach einem Bericht des «Kölner Stadt-Anzeigers» hatte Shokof bei seinem Auffinden gesagt, er sei entführt worden. «Sofern er das angegeben hat, werden wir das prüfen», sagte der Behördensprecher. «Er ist befragt worden, zu den Ergebnissen machen wir aber keine Angaben.»

    Der regimekritische Regisseur war am 28. Mai als vermisst gemeldet und am 5. Juni in Köln entdeckt worden. Passanten hatten den 55-Jährigen am späten Samstagabend in durchnässter Kleidung vor einem Ausflugslokal am Rheinufer entdeckt. Der Mann habe immer nur wiederholt: «My name is Shokof, call the police, I'm kidnapped» (Mein Name ist Shokof, rufen Sie die Polizei, ich wurde entführt), zitierte die Zeitung eine Zeugin. Er habe schwach und schockiert gewirkt. Ein Rettungswagen brachte Shokof in ein Krankenhaus.

    Wie es dem Filmemacher gesundheitlich geht, konnte der Sprecher der Staatsanwaltschaft nicht sagen. Nach Polizeiangaben befand sich Shokof bei seinem Auftauchen «in keinem guten Zustand».

    Shokof war in Berlin als vermisst gemeldet worden. Medienberichten zufolge wurde er zuletzt am 24. Mai am Kölner Hauptbahnhof gesehen, wo er einen Zug nach Paris besteigen wollte. Dort kam er aber nicht an. Weder seine Ehefrau, die Schauspielerin Taies Farzan, noch seine Freunde hätten ein Lebenszeichen von ihm erhalten.

    Verschiedene exil-iranische Organisationen befürchteten, dass hinter dem Verschwinden Shokofs ein politischer Hintergrund steckt. Der Filmemacher gehöre zu den wichtigsten Kritikern der Islamischen Republik Iran und sei politisch sehr aktiv, teilte das Büro für Menschenrechte und Minderheiten Berlin mit. Seine Filme zeigten die Folter- und Einschüchterungsmethoden im Iran. Shokofs neuer Film «Iran Zendan» etwa kritisiert die Zustände in iranischen Gefängnissen.

    Die Initiative «Stop the Bomb» hatte die deutschen Behörden aufgefordert, «alles zu tun, um das Verschwinden Shokofs aufzuklären, und dabei besonders die Möglichkeit einer politisch motivierten Tat iranischer bzw. islamistischer Kräfte zu untersuchen».

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