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Berlin

«Honig im Kopf»: Schweigers Kino-Hit auf DVD

dpa

Für eine Oscar-Nominierung hat es am Ende zwar nicht gereicht, aber Til Schweiger (51) wird es verschmerzen können: Mit rund sieben Millionen Zuschauern wurde «Honig im Kopf» (jetzt auf DVD/Blu-ray) einer der erfolgreichsten deutschen Filme der letzten Jahre.

Honig im Kopf
Amandus (Dieter Hallervorden) und Tilda (Emma Schweiger) unternehmen eine abenteuerliche Reise.
Foto: GORDON Photographie/Warner Home Video Germany – dpa

Preise gab es auch schon dafür: Als «besucherstärkster Film des Jahres» erhielt Schweiger dafür im Juni eine Goldene Lola. Für das Rennen um den besten Spielfilm hatte er seinen Film unter anderem wegen früherer Differenzen mit der Deutschen Filmakademie allerdings nicht eingereicht.

Und am Rande der Berlinale war der Kino-Hit, der direkt auf Platz eins der DVD-Charts gelandet ist, bereits im Februar mit einem Sonderpreis der Friedensinitiative «Cinema for Peace» ausgezeichnet worden.

Auch für Dieter Hallervorden (80) wurde die Alzheimer-Tragikomödie zu einem Triumph und ein weiterer Höhepunkt seiner Karriere, die durch eine Anzahl hochkarätiger Charakterrollen zuletzt noch einmal mächtig Fahrt aufgenommen hat. Als Mann mit Humor und Tiefgang war er perfekt für «Honig im Kopf».

Es ist eine tragikomische Geschichte, die Schweiger in «Honig im Kopf» erzählt. Es wird gelacht. Es wird geweint. Es geht um Alzheimer. Was macht die Krankheit mit dem Betroffenen – was mit den Angehörigen?

Amandus (Dieter Hallervorden) ist an Alzheimer erkrankt. Als sein Sohn Niko (Schweiger), der ohnehin schon Eheprobleme mit seiner Frau Sarah (Jeanette Hain) hat, ihn in ein Heim bringen will, entführt die elfjährige Enkelin Tilda, gespielt von Schweigers jüngster Tochter Emma, den Großvater nach Venedig. «Kinder gehen viel besser mit Alzheimerpatienten um», sagt Schweiger. «Sie sind viel natürlicher und ungehemmter, und sie holen sie in ihrer Welt ab.» Wie es auch Tilda bei Amandus gelingt, der immer mehr vergisst und damit Trauriges, aber auch viel Komisches auslöst.

Darf man darüber lachen? «Wir haben keine Situation geschrieben, in der man sich über Amandus lustig macht», betont Schweiger. «Es geht nicht darum, ihn auszulachen – das Publikum soll mit ihm lachen.» Tatsächlich schafft er witzige und berührende Momente gleichermaßen. Gerät ein Witz doch mal zu flach, derbe oder daneben, wechselt Schweigers temporeiche Geschichte in schnellen Schnitten oft rechtzeitig zu besonders bewegenden Augenblicken. Hallervorden und Schweigers Jüngste sind ein anrührendes Paar, dem es mühelos gelingt, die Zuschauer auf seine Reise mitzunehmen.

Und auch wenn es mit den Oscars nichts wird, so findet «Honig im Kopf» doch noch den Weg nach Hollywood. In einem Interview mit dem Magazin «Stern» kündigte Schweiger ein US-Remake an. «Mir gefiel die Idee, dass dieser Stoff auf der ganzen Welt gesehen werden kann, wenn der Film auf Englisch ist», sagte er zudem im Interview mit dem Branchenmagazin «Blickpunkt: Film». Mitspielen will er dann aber nicht, sondern «nur» Regie führen.

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