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New York

Hollywood bezieht im Gazakonflikt Position

dpa

Nach Friedensnobelpreisträger Elie Wiesel und Hunderten von Holocaust-Überlebenden hat nun auch Hollywood Partei im jüngsten Gazakonflikt ergriffen.

Der «Hollywood Reporter» veröffentlichte am Sonntag eine von mehr als 190 Studiobossen, Produzenten, Schauspielern und Showgrößen getragene Verlautbarung. Sie üben scharfe Kritik an der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas und deren «Ideologien von Hass und Völkermord». Unter ihnen sind Sylvester Stallone, Arnold Schwarzenegger, Kelsey Grammer, Minnie Driver, Tony Goldwyn und Jerry Weintraub.

Keine 24 Stunden zuvor hatten Überlebende des Holocausts den israelischen Militäreinsatz im Gazastreifen als «Massaker an den Palästinensern» angeprangert und den Einsatz der israelischen Armee «unmissverständlich verurteilt». In der großen Anzeige in der «New York Times» vom Samstag bezeichneten sich die 327 Persönlichkeiten aus den USA und vor allem Europa als Überlebende oder Nachkommen von Opfern des Nazi-Völkermords.

Zuvor hatte der Friedensnobelpreisträger Elie Wiesel die Hamas in einer Anzeige mit den Nazis in Verbindung gebracht und geschrieben: «Die Juden haben schon vor 3500 Jahren Kinderopfer abgelehnt. Jetzt muss es die Hamas tun.» Er warf der radikalislamischen Gruppe vor, Kinder als Schutzschilde zu missbrauchen. «Ich habe gesehen, wie jüdische Kinder verbrannt wurden. Jetzt muss ich sehen, wie muslimische Kinder als menschliche Schutzschilde missbraucht werden – in beiden Fällen von denen, die den Tod anbeten.»

«Wir sind angewidert und empört von Elie Wiesels Missbrauch der Geschichte», heißt es in der Reaktion der Holocaust-Überlebenden. Er «rechtfertige das nicht zu Rechtfertigende: Israels Bemühungen zur Zerstörung Gazas und des Mordes an mehr als 2000 Palästinensern». Die Gruppe verurteilt auch, «dass die Vereinigten Staaten Israel mit den Mitteln versorgen, die Angriffe auszuführen, und die westlichen Staaten, die mit ihren diplomatischen Muskeln» Israel vor einer Verurteilung schützten. «Völkermord beginnt mit dem Schweigen der Welt», heißt es weiter.

Zwischenzeitlich hatten sich auch Filmstars wie Javier Bardem und Penelope Cruz auf die Seite der Palästinenser gestellt. Dagegen sprach sich US-Schauspieler Jon Voight, Vater von Angelina Jolie, in einem Zeitungskommentar für Israel aus. Die Erklärung der über 190 Hollywood-Repräsentanten vom Sonntag soll diese Woche in Annoncen des «Hollywood Reporter» und anderer Branchenblätter erscheinen.

Aufruf auf der Website der Organisation

Erklärung von Hollywoods Creative Community for Peace

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