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Locarno

Goldener Leopard von Locarno geht nach China

dpa

Der Goldene Leopard, der Hauptpreis des Wettbewerbs «Concorso Internazionale» beim 63. Internationalen Filmfestival von Locarno, geht nach China. Der Spielfilm «Han Jia» (Winterferien) von Ll Hongqi überzeugte die Jury unter Vorsitz des aus Singapur stammenden Regisseurs Eric Khoo.

Goldener Leopard
Der chinesische Spielfilm «Han Jia» (Winterferien) hat den Goldenen Leoparden gewonnen.

Der Film, der am Samstagabend ausgezeichnet wurde, war auch einer der Favoriten des Publikums und der Fachbesucher. Er erhielt zudem den Preis der internationalen Kritikervereinigung Fipresci.

«Han Jia» reflektiert anhand von Erlebnissen und Gesprächen einiger Halbwüchsiger in ihrer Freizeit und in der Schule auf subtile Weise die Realität im heutigen China zwischen Anpassung und Aufbruch. Die Auszeichnung ist auch für das Festival selbst, das sich als Unterstützer von Talenten versteht, ein Erfolg: Im Vorjahr gewann das Drehbuch den Förderpreis der Festivalsektion «Open doors».

Die übrigen Auszeichnungen sind für viele der Zuschauer und der Kritiker hingegen recht überraschend. Den «Spezialpreis der Jury für den zweitbesten Film» gewann die französisch-rumänisch-ungarische Produktion «Morgen» von Regisseur Maria Crisan. Auch dies ist ein sehr leiser Film. Er schildert das triste Leben in der rumänisch- ungarischen Grenzregion.

Als bester Regisseur wurde der Kanadier Denis Côté für «Curling» geehrt. Er erzählt eine subtile Vater-Tochter-Geschichte. Die Auszeichnung als beste Schauspielerin erhielt Jasna Duricic für ihre warmherzige Interpretation einer aufopferungsvollen Mutter in der deutsch-serbisch-schwedischen Gemeinschaftsproduktion «Belli beli svet» (White White World) des Serben Oleg Novkovic. Als bester Darsteller wurde Emmanuel Bilodeau, der Interpret des Vaters in «Curling», gekürt.

Der Publikumspreis des Festivals für einen außerhalb des Wettbewerbs unter freiem Himmel gezeigten Film ging zu Teilen an deutsche Produzenten: Gewonnen hat die israelisch-deutsch- französische Produktion «The Human Resources Manager». Der Film entfaltet anhand einer absurden Geschichte um den Personalchef einer Bäckerei in Jerusalem eine bildgewaltige Ballade über den Kampf von Tradition und Moderne in der israelischen und postsowjetischen Gegenwart. Das Festival von Locarno wurde in diesem Jahr erstmals von dem Franzosen Olivier Père als künstlerischem Direktor verantwortet.

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