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    Sydney/Bangkok

    Geoffrey Rush wird 60

    Australien und Kinostars - Da fallen den meisten Filmfans «Crocodile Dundee» Paul Hogan ein und Nicole Kidman, Mel Gibson oder Kate Blanchett, vielleicht noch Erroll Flynn. Aber Geoffrey Rush?

    Geoffrey Rush
    Geoffrey Rush wird 65.
    Foto: DPA

    Der hat zwar seit 1997 für seine Rolle des schwierigen Pianogenies David Helfgott in «Shine - der Weg ans Licht» einen Oscar als bester Hauptdarsteller im Regal. Aber er könne immer noch ganz unerkannt durch seine Heimatstadt Melbourne schlendern, scherzt er gerne. Kurz vor seinem 60. Geburtstag am 6. Juli ist er wieder ganz groß rausgekommen: als fulminanter australischer Sprachtherapeut Lionel Logue im Oscar-gekrönten «The King's Speech».

    Der Charakterdarsteller hat für die Rolle seine ganz persönliche Note eingebracht: Er habe besonderen Wert darauf gelegt, «die egalitären Werte Australiens» herauszukehren, sagte er vor kurzem in einem Interview: «Nur deshalb hat sich Logue überhaupt getraut, dem so sehr auf Hofetikette bedachten König zu sagen, dass er ein paar neue Regeln braucht.» Statt «Königliche Hoheit» sagt Logue einfach «Bertie» - sehr zum Entsetzen des damaligen Thronfolgers. Mit Rushs jovialem australischen Akzent kommt diese Unbotmäßigkeit ganz natürlich und unbedrohlich rüber.

    Rush ist seit Studentenjahren leidenschaftlicher Schauspieler. 28 Jahre kämpfte er sich durch kleinere Theaterproduktionen. Die Durststrecke war lang, Rush meistens blank. Um zur Oscar-Preisverleihung für «Shine» nach Los Angeles zu reisen, musste er einen Kredit aufnehmen. «Ich hatte alles auf «Shine» gesetzt und sieben Monate kein Einkommen gehabt», sagte er in dem Interview. Das habe sich auf jeden Fall gelohnt. «Ich hatte das Gefühl, dass meine ganze Bühnenkarriere eine einzige Vorbereitung auf Shine war.»

    Rush macht stets den Eindruck des bodenständigen Nachbarn von nebenan, daran änderten auch die Oscar-Nominierungen für «Quills - Macht der Besessenheit» und «Shakespeare in Love» sowie ein Emmy 2005 für seine Rolle in «The Life and Death of Peter Sellers» nichts. In «Fluch der Karibik» glänzte er als Käpt'n Hector Barbossa, doch selbst ein Adonis mit Waschbrettbauch hätte es wohl schwer gehabt, aus dem Schatten des umwerfend charmanten Johnny Depp zu treten. Die beiden sind beste Freunde. «Wir witzeln immer, dass wir wohl im Rollstuhl sitzen, bevor die Serie zu Ende geht», meinte Rush bei der jüngsten Premiere in Sydney.

    Rush ist keiner, der sich auf dem roten Teppich in Szene setzt. In der hippen Partyszene von Sydney sucht man ihn vergeblich. Er gibt sich bescheiden: Er sei immer noch einfach begeistert und stolz, dass er es geschafft habe, sich mit der Schauspielerei all die Jahre über Wasser zu halten.

    Eintrag in der Filmdatenbank IMBD

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