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    Filmfest München ehrt Otar Iosseliani

    Der georgische Filmemacher Otar Iosseliani (77) ist auf dem Filmfest München mit dem Cine Merit Award für sein Lebenswerk geehrt worden. «Er ist einer der letzten ganz großen Vertreter des Surrealismus, des magischen Realismus», sagte Festivalleiter Andreas Ströhl.

    Otar Iosseliani
    Otar Iosselianis Filme sind häufig melancholisch bis schwermütig.
    Foto: DPA

    Iosseliani habe einen einzigartigen Stil, «eine Mischung aus leichter Melancholie und schwermütigem Realismus, halb Jacques Tati, halb Bunuel».

    Bester internationaler Film wurde «Le Havre» von Aki Kaurismäki. Der Finne erhielt den Arri-Preis. Der poetische Streifen, der bereits von der Jury in Cannes lobend erwähnt wurde, handelt von der Begegnung eines Schriftstellers mit einem Flüchtlingsjungen in der französischen Hafenstadt Le Havre. Der Arri-Preis ist mit 30 000 Euro für die Produzenten dotiert.

    Der Cine Vision Award für den besten internationalen Nachwuchsfilm (12 000 Euro) ging an den schon beim Sundance Festival ausgezeichneten britischen Film «Tyrannosaur» von Paddy Considine. Der Film handelt von der Beziehung eines selbstzerstörerischen Mannes und einer christlich engagierten Frau. Eine lobende Erwähnung gab es für «Michael» des Österreichers Markus Schleinzer.

    Cine Merit-Preisträger Iosseliani drehte seine ersten Filme in der Sowjetunion, wurde aber immer wieder vom Regime zensiert. Anfang der 80er Jahre ging er deshalb nach Frankreich ins Exil. Dort erregte er Aufsehen mit Filmen wie «Die Günstlinge des Mondes» oder «Jagd auf Schmetterlinge». 2002 holte seine melancholische Komödie «Montag Morgen» auf der Berlinale den Silbernen Bären in der Kategorie Regie. Auf dem Filmfest in München stellte der 77-Jährige in diesem Jahr sein autobiografisches Werk «Chantrapas» vor.

    Bei Kaurismäkis Film lobte die Jury den Humanismus seines Blicks und die handwerkliche Brillanz seiner Inszenierung. Er erzähle seine Geschichte radikal modern und zugleich durchdrungen von der Sehnsucht nach dem poetischen Realismus des klassischen europäischen Kinos, begründete die Jury ihre Entscheidung.

    Das einwöchige Filmfest endet an diesem Samstag mit dem Abschlussfilm «Le Havre» und einer Feier unter freiem Himmel. Für Festivalleiter Ströhl ist es das letzte Filmfest. Nach acht Jahren an der Spitze des Publikumsfestivals kehrt er an das Goethe-Institut zurück. Seine Nachfolgerin wird ab August Diana Iljine.

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