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    Berlin

    Elke Sommer wird 70

    Elke Sommer möchte zu ihrem 70. Geburtstag am Donnerstag (5. November) kein Interview geben, sagt ihr Sprecher. «Sie hat 250 Interviewanfragen bekommen, verstehen Sie?»

    Elke Sommer
    Elke Sommer vor einem Theater in Florida (Archivbild vom 18.10.1973).

    Ist ja vielleicht auch besser so. Filmschauspielerinnen tendieren bei diesen Gelegenheiten nicht unbedingt zu überraschenden Äußerungen. Stichwort Denke-noch-lange-nicht-ans-Aufhören. Elke Sommer war erst dieses Jahr in Dani Levys Komödie «Das Leben ist zu lang» zu sehen, also würde sie das vermutlich auch sagen.

    Ihre große Zeit liegt gut und gern 50 Jahre zurück. Damals, Ende der 50er und Anfang der 60er Jahre, war sie so etwas wie die deutsche Brigitte Bardot mit der Betonung auf deutsch. Das Verruchte überließ die Adenauer-Republik den Französinnen.

    Elke Schletz, wie sie eigentlich hieß, wurde 1958 in Italien vom Strand weg für ihre erste Filmrolle engagiert. Die angehende Fremdsprachenkorrespondentin aus Erlangen machte danach rasend schnell Karriere, stand bald mit Paul Newman, Kirk Douglas und Peter Sellers vor der Kamera: Hollywood meets Mittelfranken.

    «Blond German-born Elke Sommer» (The New York Times) war dabei auf einen ganz bestimmten Typ Frau festgelegt: Blond und «gutgewachsen», wie man das damals nannte, aber gleichzeitig proper und harmlos.

    In Reinform verkörperte sie diese Rolle in dem Karl-May-Film «Unter Geiern» (1964). Dort erlebt man sie als die deutsche Farmerstochter Annie, die - Karl May eben! - auf eigene Faust ein Diamantenpaket quer durch den Wilden Westen befördert. Das würde furchtbar schief gehen, wenn ihr dabei nicht ein anderer deutscher Einwanderer namens Martin Baumann beistehen würde, edelmütig und gescheitelt. Den mimte Götz George, damals noch mit Bügelhemd statt Schimanski-Jacke.      

    Im wahren Leben ist Elke Sommer auch immer anständig geblieben. In einem Interview mit der «Freizeit Revue» beteuerte sie im vergangenen Jahr, in ihrem Leben habe es nicht mehr als vier Männer gegeben. «Vier, das war's. Vier Männer im Leben einer Frau von fast 70 Jahren!»

    Auch mit Günter Netzer hat sie 1972 nur bei ihrer Mutter in Erlangen unter dem Apfelbaum gesessen, Karten gespielt und Händchen gehalten. «Ich war ja noch mit meinem Mann zusammen und hätte ihn ja sonst betrogen.» Als der persische Schah Mohammed Reza Pahlevi ihr einmal näherkommen wollte, eröffnete sie ihm: «Dazu bin ich mir zu schade, auch wenn du der Schah bist.» Der trug's mit Fassung, sang mit ihr stattdessen zweistimmig «Am Brunnen vor dem Tore».

    In ihren Memoiren «Unter uns Pfarrerstöchtern - oder?» stellt sie klar: «Ich würde mich selbst eher als sittenstreng einstufen.» Seit 1993 ist sie mit dem Hotelmanager Wolf Walther verheiratet. Sehr glücklich, wie sie hervorhebt. Dass sie in ihrem Haus gerne unbekleidet herumläuft, sollte man auch nicht falsch interpretieren: «Sie glauben nicht, wie oft ich mir dadurch das Waschen oder Bügeln erspart habe!» Das allerdings wäre nun doch mal eine Nachfrage wert gewesen.   

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