40.000
  • Startseite
  • » Kino & TV
  • » Kinonews
  • » Ein Kino voller Liebe
  • Aus unserem Archiv
    Berlin

    Ein Kino voller Liebe

    Unvergessen ist die Szene, in der Edward (Richard Gere) mit einer weißen Limousine vorfährt und mit einem Strauß Rosen in der Hand über die Feuerleiter zu seiner Vivian (Julia Roberts) klettert.

    Sehnsuchtsort
    Im Herbst wird die Sehnsucht nach Romantik stärker.
    Foto: Jens Kalaene – DPA

    Oder Sätze wie: «Mein Baby gehört zu mir, ist das klar» und «Ich seh' dir in die Augen, Kleines». Spätestens dann kullern die Tränen und ein Taschentuch muss her. So rührend kann Liebe sein.

    «Pretty Woman», «Dirty Dancing» und «Casablanca» sind zu Klassikern der Filmgeschichte geworden. Und «Titanic» sahen rund 18 Millionen Kinobesucher. Neu sind dagegen Romantic-Movies wie «Alles ist Liebe», «Wie schreibt man Liebe?», «Das grenzt an Liebe», oder «Love Rosie – Für immer vielleicht». Sie alle stehen derzeit auf dem Kinoprogrammen und Vorschauen. Die Herbst- und Vorweihnachtszeit ist eben Liebesfilmzeit. Warum eigentlich?

    «Weil man da weniger draußen und mehr zu Hause ist und als Single oder auch unzufriedener Gebundener vielleicht stärker die Sehnsucht spürt nach Liebe und Verliebtheit», sagt Psychologin Kirsten von Sydow von der Psychologischen Hochschule Berlin.

    Die Sehnsucht nach Liebe und Bindung sowie sexuelle Anziehung seien nun einmal «fundamentale menschliche Grundbedürfnisse». Die Protagonisten sind meist sympathisch, sehen gut aus, sind sexuell attraktiv, «so, dass man sich gern mit ihnen identifiziert», sagt Sydow.

    Zum Beispiel mit Hugh Grant («Notting Hill»). Der Schauspieler mimt in dem neuen Film «Wie schreibt man Liebe» den Drehbuchautor Keith Michaels. Einen Oscar, Geld und Ruhm hat er einst besessen. Nun ist das Geschichte. Sein neuer Status: geschieden, pleite, frustriert. Dann verdreht ihm Holly (Marisa Tomei, «Crazy, Stupid, Love») den Kopf. Am Donnerstag startet er in den Kinos.

    Im Deutschen Film «Alles ist Liebe» steht Weihnachten vor der Tür. Die meisten Akteure (Nora Tschirner, Heike Makatsch, Wotan Wilke Möhring, Katharina Schüttler, Christian Ulmen, Friedrich Mücke) plagt der Liebeskummer: Kiki sucht nach dem Mann für's Leben, Klaus weiß nicht, ob er seinen Viktor heiraten soll, Hannes will seine Clara zurück. Der Film startet am 4. Dezember.

    In «Love Rosie – Für immer vielleicht» geht es um die immer wiederkehrende Frage: Können Männer und Frauen beste Freunde sein? Rosie und Alex kennen sich seit der Kindheit. Annäherungsversuche scheitern zunächst, aber am Ende finden sie vielleicht doch zusammen. Der Film mit Lily Collins («Chroniken der Unterwelt») und Sam Claflin («Die Tribute von Panem – Catching Fire») startete bereits am 30. Oktober in den Kinos – und belegt laut GfK Entertainment zurzeit Platz drei der Kinocharts.

    Wer sich in die Kinosessel kuschelt und vom Heile-Welt-Schmonzetten berieseln lässt, erlebt es dann häufig selbst. Emotionen wie «Freude, Glück, Sehnsucht, erotische Erregung können auftreten», so Sydow. Aber auch das Gegenteil ist manchmal der Fall. «Die Gefahr von sehr idealisierenden Zuckerbäckerfilmen über Romanzen liegt aber auch darin, dass man sich danach besonders schlecht fühlen kann», meint Sydow. Schließlich könne die echte Beziehung oder Ehe im Alltag total dagegen abfallen.

    Dass sich Menschen besonders in den dunklen Jahreszeiten nach Liebe sehnen, weiß die Filmindustrie auch. Mit Sehnsüchten lässt sich Geld verdienen. Dabei ist noch eine weitere Erkenntnis wichtig. «Am besten ist die Chance auf hohe Zuschauerzahlen bei romantischen Komödien, wenn die Filme vor dem ersten Advent starten», sagt Geschäftsführer Johannes Klingsporn vom Verband der Filmverleiher. Denn ab dann seien die meisten – vor allem die Zielgruppe «Frauen» – schon wieder mit Weihnachtsvorbereitungen beschäftigt.

    Dieser goldene Spätherbst erfüllt jedoch nicht die Hoffnungen der Verleiher. Denn: «Schlechtes Wetter ist immer gut für Kinos», sagt Klingsporn. Und davon gibt es zurzeit nicht so viel. Bei häufigem Sonnenschein und höheren Temperaturen wird den Menschen auch ganz ohne Liebesfilme warm ums Herz.

    Kinonews
    Meistgelesene Artikel
    Ihre Fragen, Hinweise oder Kritik
    Claus Ambrosius 

    Leiter Kultur

    Claus Ambrosius

     

    Kontakt per Mail

    Ihre Fragen, Hinweise oder Kritik

    Redakteurin Kultur

    Anke Mersmann

     

    Kontakt per Mail

    Ihre Fragen, Hinweise oder Kritik

    Redakteurin Kultur

    Melanie Schröder

     

    Kontakt per Mail

    Event-Kalender
    Veranstaltungstipps

    Sie haben einen Veranstaltungstipp für uns? Hier geht's zum Formular!