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Hollywood

Deutsche Oscar-Anwärter in L.A.: «Total surreal»

dpa

Der Countdown für die Oscar-Verleihung am 26. Februar läuft. Aus Deutschland sind die ersten Oscar-Anwärter eingetroffen. Für die nominierten Kurzfilmer gab es schon einen Vorgeschmack auf die Gala.

Max Zähle
Max Zähle hat Chancen auf einen Oscar.
Foto: Ingo Wagner/Archiv – DPA

Blitzlichtgewitter haben die Oscar-Anwärter Max Zähle (34) und Stefan Gieren (32) in Los Angeles schon einmal erlebt. Mit ihrem Kurzfilm «Raju» hatten die Absolventen der Hamburg Media School im vorigen Juni bereits den bronzenen Studenten-Oscar gewonnen, nun könnten sie in Hollywood Gold holen. «Der Studenten-Oscar war schon das Größte für uns, aber die richtige Oscar-Nominierung ist noch eine Ecke größer und explosiver», strahlte Zähle in der Nacht zum Mittwoch beim Empfang für alle nominierten Kurzfilmer.

Mehrere Tage vor der Oscar-Gala stellten Nachwuchsregisseur Zähle, Produzent Gieren und die übrigen Mitstreiter ihre Werke im Academy-Hauptquartier vor mehreren hundert Oscar-Juroren und Pressevertretern vor. Das sei alles «total surreal», sagte Zähle der Nachrichtenagentur dpa. «Da sind tolle Filme drunter», sagte der gebürtige Hannoveraner über die Oscar-Konkurrenz. «Insofern habe ich gar keine Erwartungshaltung, ob wir gewinnen oder nicht. Wir gehen da blind rein und gucken mal, ob wir sehend rauskommen.»

Der 25 Minuten lange Film «Raju» handelt von einem deutschen Ehepaar, das nach Indien kommt, um ein vermeintliches Waisenkind zu adoptieren. Die beiden müssen feststellen, dass das Kind seinen leiblichen Eltern weggenommen wurde. Die beiden Hauptdarsteller Wotan Wilke Möhring und Julia Richter wollten rechtzeitig zur Oscar-Verleihung auch nach Hollywood fliegen.

Auf das Thema illegaler Auslandsadoptionen sei er 2010 nach dem schweren Erdbeben in Haiti aufmerksam geworden, als solche Fälle Schlagzeilen machten, erzählt Zähle auf der Academy-Bühne bei der Vorstellung von «Raju». Unter schwierigen Bedingen drehte das Team mehrere Wochen in Kolkata (früherer Name: Kalkutta). «Wir waren eigentlich konstant am Rande der Verzweiflung», sagte Produzent Gieren der dpa. «Wir standen von Beginn an voll hinter dem Thema. Wir haben wirklich etwas zu sagen und wollen die Leute zum Nachdenken bringen. An Nominierungen und Preise dachte anfangs aber niemand.»

Doch jetzt steht die Oscar-Gala bevor. «Den Smoking haben wir, Make-up brauchen wir nicht, wir sind schön genug», scherzte Zähle. «Wir können das Ganze hier in vollen Zügen genießen», versicherte der Jungfilmer mit den blonden Wuschelhaaren.

Wim Wenders (66) könnte mit seiner Dokumentation «Pina» über die 2009 gestorbene Wuppertaler Tänzerin und Choreographin Pina Bausch einen Oscar nach Deutschland holen. Die deutsche Kostümbildnerin Lisy Christl (47) ist für ihre Arbeit an Roland Emmerichs Shakespeare-Film ««Anonymus» erstmals nominiert. Um den sogenannten Auslands-Oscar (bester nicht-englischsprachiger Film) geht die deutsch-polnische Koproduktion «In Darkness» der Regisseurin Agnieszka Holland (63) ins Rennen. Hauptproduzent ist das SchmidtzKatze Filmkollektiv mit Standorten in Berlin und Halle/Saale.

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