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Los Angeles

Deutsche Hoffnungen bei den Oscars

Zuletzt holte Florian Henckel von Donnersmarck 2007 mit seinem Stasi-Drama «Das Leben der Anderen» den sogenannten Auslands-Oscar nach Deutschland. Caroline Link gewann 2003 für «Nirgendwo in Afrika», Florian Gallenberger nahm 2001 für «Quiero Ser» (Ich möchte sein) den Kurzfilm-Oscar in Empfang.

 Wim Wenders
Wim Wenders: Klappt es diesmal mit dem Oscar?
Foto: Jens Kalaene – DPA

Lisy Christl
Lisy Christl ist in der Sparte Kostümdesign nominiert.
Foto: Jens Kalaene – DPA

Als bisher einzige deutsche Dokumentation wurde der Afrika-Film «Serengeti darf nicht sterben» (1960) des Tierforschers Bernhard Grzimek mit Gold gekrönt. Diesmal können deutsche Filmschaffende in vier Kategorien auf die vergoldete Trophäe hoffen:

Agnieszka Holland
Agnieszka Holland geht mit «In Darkness» ins Oscar-Rennen.
Foto: Jacek Turczyk – DPA

- Wim Wenders/Kategorie Dokumentarfilm:

Max Zähle
«Das ist Wahnsinn», sagte Max Zähle, als er von seiner Oscar-Nominierung erfuhr.
Foto: Christian Charisius – DPA

Wim Wenders (66), der Regisseur von Spielfilmen wie «Paris, Texas» oder «Der Himmel über Berlin» hat es erneut mit einer Dokumentation unter die Oscar-Anwärter geschafft. Seine 3D-Hommage «Pina» dreht sich um die 2009 gestorbene legendäre Tänzerin und Choreographin Pina Bausch, Gründerin des Wuppertaler Tanztheaters. Erstmals wurde damit eine 3D-Doku für den Oscar nominiert. Der gebürtige Düsseldorfer hatte seine erste Oscar-Nominierung im Jahr 2000 für die Musik-Doku «Buena Vista Social Club» erhalten, war bei der Preisvergabe dann aber leer ausgegangen. «Pina» hat Anfang Dezember den Europäischen Filmpreis für die beste Dokumentation gewonnen.

- Max Zähle/Kategorie Live-Action-Kurzfilm:

Der Hamburger Nachwuchsregisseur Max Zähle (34) schaffte es mit «Raju» in die Endrunde um den Kurzfilm-Oscar. Im vorigen Juni hatte der Absolvent der Hamburg Media School mit dem 25-minütigen Film bereits den bronzenen Studenten-Oscar gewonnen. «Raju» ist das dritte und bisher längste Werk des gebürtigen Hannoveraners, der in Celle aufwuchs. Seine Karriere im Filmgeschäft startete er nach dem Abitur als Praktikant und Kabelträger. Von dort hat Zähle es bis zum Regisseur geschafft. «Raju» handelt von einem deutschen Ehepaar, das nach Indien kommt, um ein vermeintliches Waisenkind zu adoptieren. Die beiden müssen feststellen, dass das Kind seinen leiblichen Eltern weggenommen wurde.

- Lisy Christl/Kategorie Kostümdesign:

Nach zahlreichen Auszeichnungen kann die deutsche Kostümbildnerin Lisy Christl (47) erstmals auf einen Oscar hoffen. Für ihre Arbeit an Roland Emmerichs Shakespeare-Film ««Anonymus» wurde die in Berlin lebende gebürtige Münchnerin in der Sparte Kostümdesign nominiert. Christl zählt zu den gefragtesten Kostümbildnerinnen des europäischen Films. Nach «Schlafes Bruder» (1994) arbeitete sie unter anderem mit dem Regisseur Michael Haneke («Funny Games» und «Caché»), zuletzt schuf sie die Kostüme für «Was bleibt» von Regisseur Hans-Christian Schmid. 2009 hat sie den Deutschen Filmpreis für ihre Designarbeit an dem Film «John Rabe» von Florian Gallenberger gewonnen.

- «In Darkness»/Kategorie nicht-englischsprachiger Film:

Die deutsch-polnische Koproduktion «In Darkness» der Regisseurin Agnieszka Holland (63) zieht für Polen in den Wettbewerb um den sogenannten Auslands-Oscar. Der Kriegsfilm erzählt die wahre Geschichte eines Polen, der in der von den Nazis besetzten Stadt Lwiw (Lemberg) 1943 eine Gruppe von Juden über viele Monate hinweg in der Kanalisation versteckte. Unter anderem spielen Benno Fürmann, Herbert Knaup und Maria Schrader mit. Hauptproduzent ist das SchmidtzKatze Filmkollektiv mit Standorten in Berlin und Halle/Saale. Etwa zwei Drittel des Streifens sind in Deutschland entstanden. Drehorte waren neben dem Filmstudio Babelsberg in Potsdam und der Media City Ateliers in Leipzig Außenschauplätze in Brandenburg, Leipzig und Polen. Die Warschauer Regisseurin Holland hatte zuvor mit Filmen wie «Hitlerjunge Salomon» und «Klang der Stille» Erfolg.

Nominierungen

«Pina»

«Raju»

«Anonymus»

«In Darkness»

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