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Berlin

«Cinema Jenin» mit Dresdner Sinfonikern

dpa

Die Dresdner Sinfoniker wollen sich an einem bisher einmaligen kulturellen Projekt auf dem von Israel besetzten Palästinensergebiet beteiligen.

Wie Intendant Markus Rindt am Rande der Berlinale ankündigte, werden deutsche und israelisch-palästinensische Musiker gemeinsam die Musik zu dem geplanten Dokumentarfilm «Cinema Jenin» schaffen und bei einer weltweit übertragenen Uraufführung live einspielen.

Das Projekt solle beide musikalischen Welten zusammenbringen und ein Zeichen für Verständigung setzen, sagte Rindt. Die Premiere der Dokumentation über das legendäre wiedererstandene Kino in der Palästinenserstadt Dschenin ist für den Herbst geplant.

Auslöser der Aktion ist eine herzergreifende Geschichte, die um die Welt ging: 2005 stirbt der elfjährige Palästinenserjunge Ahmed in Dschenin im Westjordanland durch die Kugel eines israelischen Soldaten. Sein Vater Ismael Khatib entschließt sich, die Organe seines toten Sohnes zu spenden. Fünf israelischen Kindern wird so das Leben gerettet.

Der deutsche Filmemacher Marcus Vetter, der die Geschichte in seinem preisgekrönten Dokumentarfilm «Das Herz von Jenin» (2008) erzählt, hat sich seither zusammen mit Khatib um den Wiederaufbau eines alten Kinos in Dschenin gekümmert. Es soll Kinder von der Straße bringen und ihnen eine neue Perspektive geben.

Im Sommer 2010 wurde «Cinema Jenin» nach mühseligen Vorarbeiten unter weltweiter Beachtung wiedereröffnet. «Wir wollen versuchen, den Kindern – auch stellvertretend für ihre Eltern – ihre Würde zurückzugeben», sagt Vetter mit Blick auf die schwierige Lage in den Palästinensergebieten.

Auch dieses Projekt verarbeitete er nun in einem Dokumentarfilm. «Cinema Jenin» ist eine deutsche Produktion in Zusammenarbeit mit dem palästinensischen Kino und Yes TV in Israel. Die Dresdner Sinfoniker werden dabei mit 200 000 Euro von der Bundeskulturstiftung unterstützt.

«Das große Opening war der Startschuss für die nächsten Probleme», so Vetter. Es habe an Geld gefehlt und an der notwendigen technischen Ausrüstung, inzwischen sei das Projekt dank unzähliger freiwilliger Helfer und großzügiger Unterstützer aber wieder auf einem guten Weg.

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