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    Berlin

    Bären-Bewerber Köhler: «Ein Filmemacher ist kein Lehrer»

    Mit dem Entwicklungshelfer-Drama «Schlafkrankheit» hat der Regisseur Ulrich Köhler am Samstag den ersten deutschen Wettbewerbsbeitrag ins Bären-Rennen geschickt. Im Interview mit der Nachrichtenagentur dpa erklärt Köhler persönliche Hintergründe und Intentionen seines Film.

    Berlinale 2011 - «Schlafkrankheit»
    Ulrich Köhler mit Schauspielerin Jenny Schily auf der Berlinale 2011.

    Sie sind als Sohn von Entwicklungshelfern zum Teil in Afrika aufgewachsen. Wie stark haben Sie eigenes Erleben verarbeitet?

    Köhler: «Ich kenne die Welt, über die ich rede. Aber: Ich erzähle nicht von meiner Familie. Ich weiß, was die Arbeit eines Entwicklungshelfers in Afrika ist, und ich habe Menschen kennengelernt, deren Leben sicher Einfluss auf die Erzählung hatte. Doch der Film ist keinesfalls autobiografisch.»

    Der Film zeigt Klischees, wie die sexuelle Ausbeutung von Afrikanerinnen durch Europäer, wie die Veruntreuung von Geld aus der Entwicklungshilfe - warum?

    Köhler: «Ich denke, viele Klischees haben eine reelle Basis. Man kann das nicht ignorieren. Aber natürlich hoffe ich, dass der Film ein komplexeres Bild zeichnet. Wichtig ist: Ich will kein moralisches Urteil abgeben. Ich zeige die Umstände lediglich so, wie sie sind. Es ist zum Beispiel nun einmal so, dass eine Ehe zwischen einem reichen Europäer und einem in der Regel eher armen afrikanischen Mädchen nicht unkompliziert ist.»

    Ist es vor allem Ihr Ziel, unseren Blick auf die Möglichkeiten und Notwendigkeiten von Entwicklungshilfe zu schärfen, um die Methoden der Hilfe zu verändern?

    Köhler: «Nein. Ich habe keine Ziele, keine Botschaft. Ich glaube nicht, dass ein Filmemacher ein Lehrer ist. Ich stelle Fragen, hauptsächlich persönliche Fragen. Aber die politischen Fragen sind selbstverständlich von den persönlichen nicht zu trennen. Dabei darf man eines nicht vergessen: Man sollte nicht naiv sein.»

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