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    Hamburg

    Tim Burton schickt Alice wieder ins Wunderland

    «Die besten Leute sind verrückt», heißt es in «Alice im Wunderland». Dieser Satz scheint nicht nur auf die Figuren von Lewis Carrolls Kinderbuchklassiker zuzutreffen.

    Auch Regisseur Tim Burton, der den Stoff für Disney nun wieder auf die Leinwand gebracht hat, scheint der Spruch auf den Leib geschrieben zu sein. Mit seinem untrüglichen Sinn für wundersame Erzählungen hat der Fantasy-Spezialist («Sleepy Hollow», «Batman», «Planet der Affen») eine opulente Bilderflut geschaffen, die den Zuschauer in eine skurrile Parallelwelt mit gruselig-schönen Figuren entführt. Mit dabei: Johnny Depp, dem Burton mit «Edward mit den Scherenhänden» 1990 zum Durchbruch verhalf.

    Dabei hält sich der 51 Jahre alte Regisseur nicht strikt an die literarische Vorlage, sondern gibt der Geschichte und seinen Figuren eine eigene Note. So ist Alice, gespielt von der australischen Newcomerin Mia Wasikowska, im Film erwachsen geworden und soll einen ebenso langweiligen wie widerwärtigen Sprössling aus gutem Hause heiraten. Doch plötzlich taucht ein merkwürdiges weißes Kaninchen auf und lockt Alice ins Wunderland, das eigentlich «Unterland» heißt. Dort trifft sie auf alte Bekannte, an die sie sich zunächst nicht erinnert: den Verrückten Hutmacher (Johnny Depp), den Märzhasen, die Zwillinge Diedeldum und Diedeldei (Matt Lucas), die Haselmaus und die Grinsekatze.

    Sie alle wollen sie dazu überreden, an der Seite der Weißen Königin gegen deren finstere Schwester, die Rote Königin, zu kämpfen, die tyrannisch über das Wunderland herrscht. Alice lässt sich auf das Abenteuer im «Unterland» ein, kämpft an der Seite ihrer neuen Freuden gegen die Rote Königin und befreit die wundersame Welt von der Schreckensherrschaft. Doch dann muss sie einsehen, dass sie sich auch den Problemen in ihrem realen Leben stellen muss – und kehrt zurück.

    «Alice im Wunderland» ist mehr als ein Märchen für Kinder. Für junge Zuschauer ist die Filmversion mit einem zähnefletschendem Ungeheuer, dem ein Auge ausgestochen wird und einer Königin, die Hinrichtungen am Morgen liebt, sowieso nur bedingt geeignet. Aber auch die Figuren sind dank ihrer Darsteller mehr als klischeehafte Märchenfiguren. Helena Bonham Carter, die schon in den Harry-Potter-Filmen als grausame und irre Bellatrix Lestrange glänzte, spielt hier eine bösartige und trotzdem verletzliche Rote Königin. Ihr Gegenpart, die neurotisch-skurril wirkende Weiße Königin, wird von Anne Hathaway verkörpert. Und wer wäre für die Rolle des Verrückten Hutmachers geeigneter gewesen als Johnny Depp, der wie kaum ein anderer für schräge Filmfiguren bekannt ist und bereits zum siebten Mal mit Burton zusammenarbeitet.

    Herausgekommen ist ein schaurig-schöner Film mit wuchtigen Bildern und einer gelungenen Kombination von Schauspiel und Animation. Selbst die 3D-Effekte werden vergleichsweise behutsam eingesetzt und machen die Figuren und die Kulisse lebendiger, ohne den Film zu überladen. Zwar mag es einige Szenen geben, die etwas vorhersehbar sind, wie Alices Kampf mit Rüstung und Schwert gegen den furchteinflößenden Drachen der Roten Königin, doch insgesamt ist «Alice im Wunderland» ein unterhaltsamer Film mit Witz und Charme, an dem sich nicht nur Burton-Fans erfreuen dürften.

    dpaq.de/alice

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