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    Berlin

    «Schmidts Katze»: Zündelnder Schwabe, lauwarme Komödie

    Werner Schmidt lebt allein, verkauft Klobrillen und tritt morgens manchmal in Katzenkacke. In seiner Freizeit trägt der 45-Jährige Trenchcoat und jagt heimlich teure Autos in die Luft - was soll er auch sonst machen im Ländle? Willkommen in der Schwaben-Komödie «Schmidts Katze».

    Schmidts Katze
    Werner Schmidt (Michael Lott) steht auf Explosionen.
    Foto: MFA+ FilmDistribution e.K - dpa

    Der Film, in dem fast jeder Dialekt spricht, nimmt sich die Klischees über die Menschen in Süddeutschland vor - Autoliebhaber, Spießer, Wutbürger - und balanciert zwischen Fäkalhumor, Slapstick und Gangstersatire. Die Geschichte ist überzogen, die Witze sind lauwarm. Sehenswert dagegen sind die Darsteller.

    Michael Lott kennt man aus diversen «Tatort»-Episoden oder Fernsehfilmen wie «Die Männer der Emden». Nun stolpert er verklemmt durch eine Kleinstadt in Baden-Württemberg, versteckt sich auf der Arbeit vor seinen Kunden und versucht, beim Speed-Dating eine Frau zu finden. «Erwähn dein Haus. Mit Betongold bischt du der King!», rät Nachbar Uwe (großartig: «Switch»-Comedian Michael Kessler). Wo Uwe anpackt, zieht sich Werner zurück - will der eine die nervige Nachbarkatze erschießen, trifft aber nicht, muss der andere sich nur in sein Auto setzen - und aus Versehen drüberfahren.

    Doch der harmlose Eindruck, den Werner vermittelt, täuscht. Wenn es dunkel geworden ist, steuert er mit Bomben drapierte Spielzeugautos unter Luxuskarossen und sorgt für Explosionen. Die Nachbarschaft ist alarmiert. Uwe: «Hier geht’s doch net um irgendwas, hier geht’s um unsere Audos!»

    Dass Werner dahinter steckt, ahnt natürlich niemand. Als der jedoch plötzlich fast Sibylle (erfrischend: Christiane Seidel) mit in die Luft sprengt, beginnt das Geheimnis zu wackeln. Denn: Er wird die Frau nicht mehr los. Nicht einfacher wird es, weil sie auch noch von der Immobilienmafia verfolgt wird.

    Was ist da los? Vielleicht ein bisschen viel. Wirklich überzeugend ist der Plot nicht, dafür ist die Karikatur der Schwaben-Klischees gelungen. Wenn Nachbarin Inge penibel vor der Tür fegt oder Nachbar Uwe eine Bürgerwehr gründet, um den Brandstifter zu finden, ist die Spießigkeit zum Greifen.

    Kleine Highlights sind außerdem die Nebenrollen: Die Berliner Kabarettistin Désirée Nick ist als strenge Baumarkt-Chefin mit spitzer Zunge zu sehen, während Tom Gerhardt («Voll normaaal») einen skrupellosen Immobilienhai mimt: «Es gibt keine Probleme! Weil es keine Probleme geben darf!»

    Schmidts Katze

    /starline/kino/filmbesprechung/
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