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    Berlin

    «Meine Schwestern»: Drama mit Leichtigkeit

    Linda wurde mit einem Herzfehler geboren. «Mein Tod kam für mich nicht überraschend», sagt sie zu Beginn des Films.

    Lars Kraume
    Lars Kraume hat ein Drama um drei Schwestern gedreht.
    Foto: Frank Rumpenhorst – DPA

    Die Kamera fährt mit zwei Krankenpflegern und einer Leiche in den Klinik-Keller – es ist Linda. Dann Chormusik. Wer gerne im Kino weint, wird «Meine Schwestern» mit roten Kaninchenaugen verlassen.

    Aber das Drama um drei Schwestern hat auch eine Leichtigkeit und kommt so mitten aus dem Leben, dass sich Regisseur und Grimme-Gewinner Lars Kraume («Guten Morgen, Herr Grothe») wieder in die Filmpreis-Liga katapultiert. Und er kann mit dem französischen Filmstar Béatrice Dalle («Betty Blue») aufwarten.

    Jördis Triebel ist als Hauptdarstellerin wirklich gut, ebenso Nina Kunzendorf und Lisa Hagmeister als ihre Schwestern Katharina und Clara. Der Haken: Man muss das Thema Tod und Vergänglichkeit im Film aushalten können, das ist nicht jedermanns Sache. Im Kino haben es solche Stoffe nicht leicht.

    Die zentrale Frage ist, wie entwickelt sich eine Familie, wenn schon von Anfang an klar ist, dass eines der Kinder nicht lange leben wird? Bei Linda werden es immerhin 30 Jahre. Jedes Jahr ist ein Geschenk. Vor einer Operation weiß Linda, dass ihr nicht mehr viel Zeit bleibt. Und die will sie mit ihren Schwestern verbringen, nicht mit ihrem Mann, der sie ohnehin mit einer Frau aus dem Chor betrügt.

    In der Ferienwohnung an der Nordsee spüren die drei Schwestern ihrer Kindheit nach, in einem Anfall von Verrücktheit reisen sie nach Paris, in die Bohème-Runde ihrer Verwandten. Béatrice Dalle, unschwer an der bleistiftdicken Zahnlücke zu erkennen, hat einen Auftritt als eine Art Todesengel, ein schwarzer Clochard auf den Treppen von Montmartre.

    Es wird fremd geknutscht, gefeiert, geweint und gelacht. Dass die Klischeefallen umschifft werden – Kindheitserinnerungen am Meer, Paris -, liegt auch am Drehbuch von Esther Bernstorff. Die NDR/Arte-Produktion ist für einen deutschen Film ungewöhnlich lustig und realistisch, besonders, was die Dynamik unter Geschwistern angeht.

    Meine Schwestern

    /starline/kino/filmbesprechung/
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