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    Berlin

    Larissa Trüby auf der Suche nach «Glücksformeln»

    Was ist Glück? Ist es schon Glück, nicht in Japan zu leben? Oder ist für ein erfülltes Dasein mehr nötig als nur die Abwesenheit von Unglück? Solchen Fragen geht die Berliner Filmemacherin Larissa Trüby in ihrer ersten Kinodokumentation «Glücksformeln» nach.

    Zahlreichen Interviews mit internationalen Glücksforschern setzt sie Porträts von Menschen entgegen, die - wie sie sagt - in ihrem alltäglichen Leben das Glück suchen oder schon gefunden haben.

    «Es ging mir weniger darum, dramatisch unterschiedliche Lebensumstände zu zeigen, sondern eher um die inneren Unterschiede und Gedanken zum Thema», erklärt die Regisseurin und Drehbuchautorin im Presseheft. Allerdings: In dem recht konventionell gemachten Streifen gewinnen die Protagonisten nicht wirklich ein Gesicht.

    Ihre Lebensgeschichten sind in kleine Häppchen portioniert, die mehr als Beilage zu den Statements der Wissenschaftler serviert werden. Ob der elf Jahre alte verspielte Luis, der 90-jährige pensionierte Fabrikarbeiter Leo oder das naturbegeisterte Berghof-Paar Martin und Gretel (beide 61) - sie alle bleiben trotz vieler glitzernder Sonnenuntergänge und Vogelgezwitscher eher farblos.

    Den Anstoß zu dem Film gab die jährlich stattfindende Glückskonferenz in Sydney. Trüby, die lange als Assistentin von Erfolgsregisseur Tom Tykwer arbeitete, lernte dort 2009 zahlreiche Wissenschaftler aus aller Welt kennen, die sich der Erforschung von Glücksphänomenen verschrieben haben.

    Im Film kommen so die führenden Köpfe der Branche zu Wort und geben - oft in sehr persönlich gehaltenen Szenen - einen Überblick über den aktuellen Stand der Forschung. Das Fazit bringt der renommierte Glücksforscher Ed Diener («Dr. Happiness») auf den Punkt, dessen überlegte Äußerungen dem Film eine Art Rahmen verleihen: «Es gibt nicht den einen Schlüssel zum Glück. Es ist eher ein Rezept mit mehreren verschiedenen Zutaten.»

    Diese Zusammenschau ist verdienstvoll, aber über die 96 langen Filmminuten hinweg noch kein echtes Kinoerlebnis. Dennoch macht die Botschaft nachdenklich, die Trüby formuliert: «Anscheinend macht es Menschen tatsächlich am glücklichsten, wenn sie etwas für andere tun und sich nicht ausschließlich um sich selbst drehen.»

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