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    Berlin

    Heimatfilm skurril: «Was weg is, is weg»

    Der Co-Autor des Erfolgsfilms «Wer früher stirbt, ist länger tot» legt sein Debüt als Regisseur vor: «Was weg is, is weg» ist ein skurriles Vergnügen an der Grenze des guten Geschmacks.

    Kinostarts - «Was weg is, is weg»
    Die hübsche Luisa verdreht Lukas den Kopf.
    Foto: deutschfilm/Senator Film Verleih - DPA

    Es sind die 80er Jahre irgendwo in der bayerischen Provinz und alle sind irgendwohin unterwegs. Ein «Feldweg-Roadmovie» nennen die Macher von «Was weg is, is weg» folgerichtig ihre skurrile Komödie über drei ungleiche Brüder. Christian Lerch, Co-Autor des Erfolgsfilms «Wer früher stirbt, ist länger tot», legt damit sein Regiedebüt vor - und baut das Genre des neuen deutschen Heimatfilms mit einer absurd skurrilen, urkomischen Variante weiter aus.

    Alles dreht sich um die Bauernsöhne Lukas (Florian Brückner), Hansi (Maximilian Brückner) und Paul (Mathias Kellner). Sie wollen weg: Lukas hat seinen Rucksack gepackt, um als Greenpeace-Aktivist die Welt zu retten. Hansi will lieber seine neues Mobiltelefon (damals noch ein fast koffergroßes Monstrum) im roten Sportwagen spazieren fahren, als Versicherungen zu verkaufen. Und Paul möchte nach Hause auf den elterlichen Bauernhof, wo die beiden Alten den nach einem rätselhaften Unfall ins Koma gefallenen Onkel pflegen.

    Jetzt sind die zerstrittenen Brüder aber plötzlich mit den Folgen eines anderen Unfalls konfrontiert. Zu dem verhängnisvollen Vorfall mit der Fleischsäge kommt es, als Hansi dem bankrotten Metzger Much vorschlägt, für einen Versicherungsbetrug seinen Arm zu opfern, frei nach dem Motto «Was weg is, is weg». Schließlich ist der Arm tatsächlich ab, Much damit aber höchst unzufrieden - doch Pauls Hund mit dem Arm im Maul schon weg.

    Es beginnt eine irre Verfolgungsjagd an der Grenze des guten Geschmacks. Natürlich ist es völlig unglaubwürdig, dass Metzger Much lieber seinem Arm nachjagt, statt sich im Krankenhaus behandeln zu lassen. Die Handlungsstränge fransen an ihren Enden ziemlich aus: Bayern-Vorurteile und 80er-Klischees wie Vokuhila und Kruzifix, Umweltschutz und Tschernobyl werden da munter verquirlt.

    Doch «Was weg is, is weg» punktet mit unverbrauchten, urigen Charakteren - allen voran den wunderbaren Brückner-Brüdern. Aber auch Jürgen Tonkel als Metzger, Nina Proll als seine Ehefrau und vor allem die kauzigen Bauersleute, gespielt von Johanna Bittenbinder und Heinz-Josef Braun machen den in bayerischer Mundart gedrehten Film zum schwarzhumorigen Erlebnis, Showdown auf dem Einödhof inklusive.

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