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    Berlin

    «Gone»: Blasser Psychothriller mit Amanda Seyfried

    Hat sich die Protagonistin ihren Peiniger nur eingebildet? Um diese Frage dreht sich dieser verregnete, wenig überzeugende Thriller «Gone», der ganz auf Shootingstar Amanda Seyfried zugeschnitten ist.

    Kinostarts - 'Gone'
    Jill Parrish (l) sucht auf eigene Faust ihre Schwester Molly.
    Foto: 20th Century Fox - DPA

    Der wahre Horror entsteht fast immer im Kopf des Zuschauers, und in dieser Hinsicht sind die ersten Sequenzen des Psychothrillers «Gone» gar nicht so übel: Ein Mädchen geht durch den Wald, wandert über Stock und Stein. Ein dunkler Tag, es hat geregnet, das Licht ist spärlich, unheilvoll glänzen die Baumstämme.

    Die Kamera fungiert wie der unsichtbare Verfolger, der seine Beute gleich zu Tode erschrecken wird. Aber nichts passiert, die junge Frau erreicht ihr Auto und verlässt das Waldgebiet. Dann fliegt die Kamera in die Höhe, und schwenkt auf die Großstadt auf der anderen Seite der Berge. Vielleicht lauert sich der Feind ja eher im Asphaltdschungel.

    Nach diesem nicht originellen, aber immerhin spannenden Auftakt dümpelt der Mystery-Thriller «Gone», der im regenverhangenen Portland im Nordwesten der USA spielt, sehr bald nur noch in den Untiefen des Genres herum. Regisseur Heitor Dhalia und sein Drehbuchautor Allison Burnett haben ohne logischen Zusammenhang lediglich Versatzstücke arrangiert, die leider kein überzeugendes Ganzes ergeben.

    Das Mädchen aus dem Wald wird gespielt vom hochgehandelten Hollywoodstar Amanda Seyfried («Mamma Mia», «Red Riding Hood»), die in gefühlt 98 Prozent aller Einstellungen zu sehen ist. Aber es reicht nicht aus, sich auf die vermeintliche Starpower der Protagonistin zu verlassen, wenn das Drehbuch so schwach daherkommt.

    Erzählt wird die Geschichte der Café-Angestellten Jill, die eines Nachts entdeckt, dass ihre Schwester Emily spurlos verschwunden ist, obwohl alle Schlösser im Haus intakt sind. Jill ist fest davon überzeugt, dass der Serientäter, der sie selbst ein Jahr zuvor entführt und gefesselt in einem Erdloch festgehalten hat, nun Emily gekidnappt hat. Für Jills Entführung gab es damals keine Beweise, die Polizei glaubte ihr nicht, und ist auch im Falle von Emily misstrauisch. Also macht sich Jill auf eigene Faust auf die Suche. Aber vielleicht existiert der Täter nur in Jills Kopf?

    Es gibt eine Prise Teenie-Horror à la «Scream», dazu Anspielungen auf Serienkiller-Filme wie «Das Schweigen der Lämmer», der Rest ist eher unfreiwillig komisch: Jill trifft auf waldschratige Grusel-Typen wie aus der Geisterbahn, dazu liegen so viele «Red Herrings», also falsche Hinweise herum, dass man irgendwann stolpert und das Interesse an der Auflösung schlicht verliert.

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