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Berlin

Endzeitstimmung: Tom Cruise in «Oblivion»

dpa

Futuristische Endzeitgeschichten gibt es im Kino fast wie Sand am Meer. Mal ist es eine Naturkatastrophe, die die Menschheit ins Verderben stürzt, mal ein Atomkrieg, mal sind es angriffslustige Aliens.

Oblivion
Tom Cruise inmiten der Apokalypse.
Foto: Universal Pictures – DPA

Im neuen Tom-Cruise-Film «Oblivion» hat ein intergalaktischer Krieg um Ressourcen die Erde in Schutt und Asche gelegt. Davon geht zumindest der Techniker Jack Harper (Cruise) aus, der im Jahr 2077 auf dem menschenleeren Planeten dafür sorgen muss, dass eben diese Ressourcen dort weiterhin ordnungsgemäß abgebaut werden. Nach einem intergalaktischen Krieg, den die Menschheit nur mit Hilfe von Atomwaffen gewinnen konnte, ist die Erde nämlich ärgerlicherweise unbewohnbar geworden.

Cruise und seine Partnerin Victoria (Andrea Riseborough) leben über den Wolken in einer Art Extrem-Penthouse und überwachen von dort aus die Drohnen, die die Erde genau im Auge behalten sollen. Ist eine kaputt, muss Jack runter auf die Erde und sie reparieren. Koordiniert werden die Einsätze von einer dubiosen, übergeordneten Macht, die sich in Form der stets kühl lächelnden Sally (Melissa Leo) tagtäglich per Video-Bildschirm bei Victoria meldet.

Zwei Wochen soll es nur noch dauern, bis Jack und Vica, wie er sie nennt, endlich zurückkehren können zu ihrem großen Sehnsuchtsort, einem Mond, auf den die Menschheit sich nach dem Kriegschaos geflüchtet hat. Wirklich daran erinnern können sie sich allerdings nicht. Denn aus einem Grund, den keiner von ihnen infrage stellt, muss alle fünf Jahre das Gedächtnis gelöscht werden.

Das Problem bei Jacks Einsätzen: Mysteriöse Wesen, die «Plünderer» genannt werden und aussehen und klingen wie Darth Vader, versuchen in regelmäßigen Abständen, ihn zu entführen. Das gelingt ihnen schließlich, nachdem Jack die schöne Julia (Ex-Bond-Girl Olga Kurylenko) unter Einsatz seines eigenen Lebens aus einem abgestürzten Raumschiff gerettet hat. Und Jack muss feststellen, dass sich hinter den gruseligen Masken Unfassbares verbirgt.

Ob beabsichtigt oder nicht, der Film von Regisseur Joseph Kosinski, von dem auch die zugrunde liegende Graphic Novel stammt, bedient sich großzügig im Schatzkästchen der Filmgeschichte. Sein Werk ist eine Mischung aus Filmen wie «Star Wars» oder «The Island» geworden. Morgan Freemans erster Auftritt wirkt wie ein «Matrix»-Zitat, und sogar an das große emotionale Drama «Der Englische Patient» fühlt sich der Zuschauer in einer Szene erinnert. Das hat zur Folge, dass einem die nur bedingt schlüssige Geschichte mit einem an unfreiwillige Komik grenzenden Ende immer wieder vage bekannt vorkommt – und sich mit mehr als zwei Stunden auch ziemlich in die Länge zieht.

Daran ändert auch das Spiel von Tom Cruise nichts, der sich als Actionheld gibt, wie er es immer tut: einigermaßen sympathisch und ohne viele Ecken und Kanten. Dabei war in seinem Privatleben während der Dreharbeiten in Island so einiges los: Cruise feierte damals seinen 50. Geburtstag – und seine Ehefrau Katie Holmes reichte nach sechs Jahren Ehe die Scheidung ein.

Wenn man Hollywoods Gerüchteküche Glauben schenken will, soll der Verlassene sich mit seiner Filmpartnerin Kurylenko getröstet haben. Bei der Europa-Premiere von «Oblivion» in Wien aber äußerten sich Cruise und Kurylenko kürzlich so, wie man das in einem solchen Fall eben tut: An den Gerüchten sei nichts dran, die beiden schätzten sich als Kollegen und seien nicht mehr als gute Freunde.

Oblivion

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