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    München

    «A Million Ways...»: Westernromanze von MacFarlane

    Der Schafhirte Albert lebt zur falschen Zeit am falschen Ort. Er ist ein Feigling mit losem Mundwerk, kann keine Pistole bedienen und ist somit in der Wild-West-Stadt Old Stump ein Außenseiter.

    A Million Ways To Die In The West
    MacFarlanes «A Million Ways To Die In The West» ist eine Mischung aus Western, Komödie und Liebesdrama.
    Foto: Universal Pictures Germany - DPA

    Jede Auseinandersetzung meidet er und auch seiner Freundin ist er nicht machohaft genug: Sie trennt sich von ihm. Das ist die Wende in Alberts Leben - zu sehen in der Western-Komödie «A Million Ways To Die In The West» von Seth MacFarlane. Wie schon in seinem Regiedebüt «Ted» über einen saufenden, pöbelnden Plüsch-Bären ist der Humor auch diesmal wieder tiefschwarz, ordinär, obszön, sarkastisch und vulgär - und so hat die Freiwillige Selbstkontrolle FSK den Film auch erst ab zwölf Jahren freigegeben.

    Die Hauptrolle, einen tollpatschigen und feigen Schafhirten, spielt MacFarlane selbst. Fürs Drehbuch hat er sich wieder mit seinen Schreib-Kumpanen von «Ted», Alec Sulkin und Wellesley Wild, zusammengetan. Die Idee kam ihnen, als sie in Drehpausen für «Ted» Westernfilme anschauten und dabei Witze rissen. Auch dieses Mal ist kaum ein Tabu vor dem Autoren-Trio sicher. So verirrt sich eines von Alberts Schafen ins Bordell. Als er es wieder holen will, hat es dort bereits 20 Dollar verdient.

    In Deutschland dürften derartige Späße den Fans der Zeichentrickserie «Family Guy» ein Begriff sein, zu der MacFarlane die Idee hatte. Die Überzeichnung von Alltagsproblemen war schon dort eines der Stilmittel. In seiner neuen Western-Komödie versetzt der 40-Jährige Probleme der Gegenwart ins Jahr 1882 und in die karge, wüstenartige Steinlandschaft Arizonas, was vieles umso komischer wirken lässt. So wird der Schafhirte gewarnt: Du sollst nicht reiten, wenn du getrunken hast. Trotzdem reitet er volltrunken und schräg von seinem Pferd herunterhängend davon. Ein bisschen erinnern der Humor und die typische Westernstadt-Kulisse mit Saloon und vielen Holzbauten an Michael Bully Herbigs «Der Schuh des Manitu».

    Die Witze in MacFarlanes Western kommen allerdings nicht mehr ganz so flott und häufig wie in «Ted». Dafür beweist der Regisseur, der 2013 die Oscar-Verleihung moderieren durfte, dass er auch eine Romanze inszenieren kann. Eines Tages kommt Anna (Charlize Theron) in die Stadt und weckt in Albert Eigenschaften, die er von sich noch nicht kannte – vor allem Mut. Natürlich verliebt sich der Schafhirte in die bildschöne Fremde. Und auch Anna erwidert seine Gefühle. Doch leider ist sie schon vergeben, ausgerechnet an einen ebenso schießwütigen wie eifersüchtigen Banditen. So wird Alberts neu entdeckter Mut auf die Probe gestellt.

    Der fast zweistündige Film ist eine Mischung aus Western, Komödie und Liebesdrama. Außerdem wollten MacFarlane und seine Freunde bei der Entwicklung des Drehbuchs die historische Realität berücksichtigen: «Wir sprachen darüber, wie diese Zeit in amerikanischen Filmen und Literatur romantisiert wird. Dabei war es eigentlich eine Zeit, in der es unglaublich deprimierend und gefährlich sein musste, zu leben», erklärt der Regisseur.

    Gedreht wurde der Großteil des Films in Santa Fe in New Mexico. Deutlich soll werden, dass es im Wilden Westen vielfältige Wege gab, um zu sterben. Doch egal ob durch Hunger, Krankheit oder Schüsse - der Tod ist im Film stets beiläufig inszeniert und ein humoristisches Mittel. Die stetige «Political Incorrectness» mit der Albert und die anderen Wild-West-Bewohner dem Tod begegnen - oder besser ihn ignorieren - ist ein Paradebeispiel der typischen MacFarlane-Komik: grotesk und zynisch.

    A Million Ways to Die in the West

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