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Frankfurt/Main

Martin Kaymer – der Golfstar nach Bernhard Langer

dpa

Typisch Martin Kaymer: Hochkonzentriert und cool stand der Profi aus Mettmann nach dem größten Triumph seiner jungen Golfkarriere den Journalisten Rede und Antwort.

Spitze
Martin Kaymer gehört mit dem PGA-Sieg zur Elite des Golfsports.

Kaum eine Regung war im jugendlichen Gesicht des 25-Jährigen auszumachen, als der stille Star für seinen ersten Major-Titel bei der PGA Championship Lob aus aller Welt einheimste.

17 Jahre nach Bernhard Langers spektakulärem zweiten Major-Sieg ist Martin Kaymer in der Weltrangliste auf den fünften Rang vorgerückt und in die Fußstapfen des zweimaligen Masters-Siegers getreten. Ein Star, dessen Leben sich dramatisch verändern wird. Der aber nicht abheben oder ausflippen dürfte, weil er sich total im Griff hat.

«Ich bin ein sehr normaler Typ. Die Welt denkt, wir Deutschen sind langweilig. Ich bin jetzt nicht langweilig, aber ich bin auch kein verrückter Typ. So wie ich mich auf dem Golfplatz verhalte, so bin ich auch privat», schilderte Kaymer, «ich kann noch nicht realisieren, was passiert ist. Ich habe mein erstes Major gewonnen und bin erst seit vier Jahren dabei.»

Typisch Kaymer: Der Modellathlet erfüllt alle positiven Charakteristiken, die von einem Golfprofi seines Formats gefordert werden. Keine schrillen Storys, keine lauten Töne. Extreme Konzentrationsfähigkeit und Siegeswillen. Mustergültige Planung, durchstrukturiertes Leben, Trainingsfleiß bis zum Exzess. Bodenständig. Pflichtbewusst. Wie ein perfekter Schwiegersohn vielleicht, aber nicht «Everybody's Darling». Dazu geht Martin Kaymer zu kritisch mit sich und seinem Leben um.

«Ich hoffe, dass sich mein Leben kein bisschen verändert. Ich mag mein Leben sehr. Ich kann mir kein besseres vorstellen. Ich habe eine tolle Familie, das ist das Wichtigste für mich. Warum sollte ich wollen, dass sich was verändert? Es gibt Wichtigeres als Golfturniere. Natürlich geht es nur um den Sieg. Aber am Ende ist es nur Golf», sagte Kaymer in einem Interview mit golf.de.

Seine ersten internationalen Schlagzeilen machte Kaymer 2006, als er auf der drittklassigen EPD-Tour in Bayern eine 59er Runde drehte. Seitdem gehört der gebürtige Düsseldorfer, der auch Fußball-Profi hätte werden können, zur Golf-Elite. Als «Sir Henry Cotton Rookie of the Year» begann der beste Aufsteiger des Jahres 2007 die Weltelite aufzumischen. Sechs Turniersiege haben dem Mann, der sich auch in der Werbung mit spektakulären Bildern einen Platz erobert hat, zu einem mehrfachen Millionär gemacht.

Aber Bernhard Langer als Vorbild? «Klar, bei dem, was Langer erreicht hat, ist er natürlich ein Vorbild. Aber mein großes Idol ist und bleibt Ernie Els. Wie er den Schläger schwingt ­ ich liebe diesen Typen. Der Südafrikaner hat sich als «The Big Easy» wegen seiner Eleganz beim Schwingen verewigt und schon vor drei Jahren über Kaymer gesagt: «Das wird ein ganz Großer. Er hat alles, was ein Golfstar braucht.»

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