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    Kaymer stoppt sich selbst – Westwood löst Woods ab

    Martin Kaymer gestolpert, Tiger Woods gestürzt: Der Engländer Lee Westwood ist die neue Nummer 1 der Golf-Weltrangliste. «Lee hat es wirklich verdient. Er ist einer der Besten und Größten», sagte Kaymer, der sich beim Gipfelsturm in Spanien mit Platz 21 selbst ausgebremst hatte.

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    Martin Kaymer wird noch nicht Weltranglisten-Erster.

    Westwood übernahm als erster Europäer seit seinem Landsmann Nick Faldo 1994 die Spitze. Möglich machte es die besondere Golf- Arithmetik, bei der die Resultate der vergangenen 24 Monate auf den fünf Kontinent-Touren addiert und subtrahiert werden. Kaymer spielt seit 2006 auf der Europa-Tour, war in diesem Jahr vor Westwood weltweit der beste Punktesammler und erster Anwärter.

    Doch mehr als 24 Jahre nach dem Sprung von Idol Bernhard Langer auf Rang eins löste nicht der Rheinländer aus Mettmann Woods nach 281 Wochen kampflos ab, sondern Kaymers kongenialer Ryder-Cup-Partner Westwood - zumindest für eine Woche. «Beim Ryder Cup hat er seinen wahren Charakter gezeigt. Er hat mir bei meinem Debüt geholfen. Es freut mich besonders für ihn», sagte Kaymer.

    Woods nahm im Selbstverzicht das Unvermeidliche völlig emotionslos hin: «Um Platz eins zu verteidigen, muss man gewinnen. Das habe ich nicht getan. Es bleiben noch drei Turniere, um ein Katastrophenjahr zum guten Ende zu bringen.» Erstmals in seiner 14-jährigen Weltkarriere hat der Superstar bisher keinen Titel in einer Saison gewinnen können und zudem freiwillig auf die Teilnahme am Turnier im spanischen Sotogrande verzichtet.

    Stattdessen zeigte sich der 34-Jährige, der sich 2010 wegen seiner Skandale eine fünfmonatige Pause gönnte, in Japan bei einem Show-Wettkampf. Denn bereits ab dem 4. November stehen sich bei der HBSC Championship in Schanghai mit Kaymer als Nummer drei sowie dem viertplatzierten Phil Mickelson die Besten der Besten erstmals seit Monaten im direkten Vergleich gegenüber. Ob der 37-jährige Westwood Platz eins verteidigt, bestimmt das ärztliche Bulletin des verletzten Briten, der in Spanien nicht spielen konnte.

    Westwood war 2003 auf Rang 266 zurückgefallen und hatte sich - ohne bisher überhaupt ein Major gewonnen zu haben - wieder ganz nach oben gearbeitet. Jeweils Rang zwei in diesem Jahr beim US Masters und der British Open zählten zu seinen Highlights. Um als zweiter Deutscher den Golf-Thron besteigen zu können, hätte Kaymer in Andalusien mindestens Rang zwei belegen müssen. Aber der 25-Jährige scheiterte ausgerechnet beim Putten - beim «kurzen Spiel» auf den Grüns. Das zählt neben seinen perfekt getimten, langen Abschlägen zu seinen großen Stärken.

    In Sotogrande benötigte er allein im Finale 34 Putts - und war mit 291 Schlägen chancenlos gegen den nordirischen Sieger Graeme McDowell (281). Dafür behielt Kaymer Platz eins in der Europa- Geldrangliste: Mit 3,167 Millionen Euro führt er vor McDowell, der sich mit der Siegprämie von 500 000 Euro hinter Kaymer auf 2,638 Millionen verbessern konnte.

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