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München

Cejka führt deutsches Quartett an – Dredge Spitze

dpa

Die deutschen Golfprofis laufen der Konkurrenz bei der 22. International Open in München hinterher. Nach einer erst auf den letzten Löchern souveränen Partie hat der 2008-Sieger Martin Kaymer den Cut noch geschafft. Im Vorjahr war er als Titelverteidiger vorzeitig gescheitert.

Putter
Marcel Siem puttet bei den BMW Open in Eichenried den Ball.

«Zwischendurch war der Cut wackelig. Aber mit dem letzten Abschlag war ich dann durch», betonte Kaymer nach seinem fünften Birdie am letzten Loch zu einer 68er Runde. «Eine Top-Fünf-Platzierung ist drin. Beim Sieg muss man mal abwarten. Ich brauche eine 63er Runde wie vor zwei Jahren am ersten Tag.»

Auch Alexander Cejka, Altmeister Bernhard Langer und Marcel Siem erreichten bei dem Ausleseverfahren auf dem Par 72-Kurs in Eichenried unter 15 Deutschen die Halbzeit-Qualifikation. Die für hohe Gagen verpflichteten Ernie Els (Südafrika) und Sergio Garcia (Spanien) scheiterten kläglich. Ohne Kaymer wäre dem mit zwei Millionen Euro dotierten Europa-Turnier auch das größte Zugpferd verloren gegangen. Wieder folgten Tausende seiner Runde.

Hinter Spitzenreiter Bradley Dredge (131) sowie dem Spanier Pablo Larrazábal (132) machte sich besonders Cejka fünf Tage nach Rang acht bei der US Open noch Hoffnungen auf den mit 333 330 Euro dotierten Titel. Mit 138 Schlägen verbesserte sich der 39 Jahre alte gebürtige Tscheche mit deutschem Pass vom 67. Platz unter die Top 20. Altmeister Langer (139) lag wie Kaymer (139) nur einen Schlag schlechter, während Siem (140) seinen 27. Rang vom Vortag verlor.

«Es ist nicht der allerlängste Golfplatz. Das hilft mir. Aber an ein paar Löchern tue ich mich schwer», meinte Langer, der sich seine Illusionen aber auf den ersten Sieg bei seinem 20. Versuch in Eichenried bewahrt hat.

«Ich habe immer einen Traum von Amerika geträumt. Ich fühle mich dort wohl. Seitdem ich den Kopf frei und keine Sorgen mehr habe, läuft es viel besser. Die Gesundheit liegt leider erst knapp bei 70 Prozent, wird aber von Tag zu Tag besser wird», zog Cejka Bilanz der vergangenen Monate, in denen er bei 17 Starts achtmal den Cut verpasst hatte. Immer noch leidet Cejka unter den Folgen einer schweren Nackenwirbeloperation von 2008.

Aber durch die Prämie von fast 180 000 Dollar bei der US Open in Pebble Beach hat Cejka seine Karte für die PGA-Tour 2011 in USA mit insgesamt 623 000 Dollar schon fast sicher. Typisch Cejka: «Ob ich bester Deutscher hier werde, ist mir eigentlich wurscht. Ich spiele mein Spiel, habe viel Spaß und immer noch ganz viele Freunde hier. Die will ich nicht wie in den Vorjahren enttäuschen. Eine gute Show ist mir wichtiger als die Platzierung als bester Deutscher.»

Für eine Show ist auch Siem immer gut. Wieder fluchte und schimpfte der Exzentriker bei Fehlschlägen wie ein Rohrspatz. Seitdem der 30-Jährige Ratinger aber weiß, dass er in gut sechs Monaten Vater wird, ist das ein Grund, «ruhiger zu werden und mehr Verantwortung» zu übernehmen. «Auf dem Golfplatz war ich immer professionell, aber privat etwas lottrig», gab der hoch talentierte Golfspieler – wie schon seit Jahren – zum Besten. «Mit 50 werde ich sagen können, ich habe mein Leben gelebt. Jetzt freue ich mich auf eine Zukunft mit Familie und darauf, auf dem Platz weiter Gas zu geben.»

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