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    Künstler enttäuschen – Queiroz sieht «Spektakel»

    Superstar Kaka hatte nach 88 Minuten genug gesehen. Nach einem kurzen Händedruck mit Portugals Legende Eusebio verließ der gesperrte Spielmacher der Brasilianer die Tribüne, in dem die «Seleção» in ihrem letzten WM-Spiel der Gruppe G nur Magerkost geboten hatte.

    Einsatz
    Dani Alves (r) versucht Cristiano Ronaldo den Ball abzunehmen.

    «Wir hätten sicher ein bisschen mehr zeigen können. Aber alle haben alles gegeben. Es ist wichtig, dass wir ein 0:0 mitgenommen haben», sagte der souveräne Abwehrchef Lucio nach dem torlosen Remis gegen Portugal, das im Achtelfinale im ungeliebten Nachbarschaftsduell auf Europameister Spanien trifft.

    Ballannahme
    Dani Alves (r) nimmt den Ball vor dem Portugiesen Coentrao an.

    Auch die Brasilianer müssen sich einen Tag zuvor beim Aufeinandertreffen mit Chile deutlich steigern, um in die Runde der letzten Acht einzuziehen. Am Ende ihres dritten Gruppenspiels wurden die Vuvuzelas sogar von gellenden Pfiffen übertönt. Denn 62 712 erwartungsvolle Zuschauer bekamen im Duell zwischen dem Rekord-Weltmeister und den «Brasilianern Europas» ein Spiel geboten, das den hohen Erwartungen zu keiner Phase gerecht wurde.

    Ärger
    Portugals Trainer Queiroz (M) wirft vor Wut seine Jacke auf den Boden.

    Dennoch war Carlos Queiroz mit der Leistung seiner Mannschaft zufrieden und redete den Auftritt schön: «Es war ein großes Spektakel. Wir haben ein gutes Spiel gezeigt und nach der Pause die Ärmel hochgekrempelt», behauptete der Coach der Südeuropäer, dessen anfängliche Defensivtaktik mit zum Misslingen der Partie beigetragen hatte.

    Durchgesetzt
    Portugals Danny setzt sich gegen zwei Brasilianer durch.

    Mehr Realitätssinn bewies Brasiliens Carlos Dunga, der von einem «komplizierten Spiel» sprach. «Wir haben eine technisch starke Mannschaft, das konnten wir aber heute nicht zeigen», meinte der Weltmeister von 1994. «Sicher können wir uns noch steigern und verbessern, zumal es jetzt immer schwieriger wird.»

    Kopfball
    Der Brasilianer Lucio (r) köpft den Ball vor Cristiano Ronaldo.

    Die Portugiesen, die in den letzten 26 Länderspielen zum 22. Mal ohne Gegentor blieben, zogen sich weit zurück und verzichteten zunächst auf eigene Angriffsbemühungen. Ohne Raffinesse und Engagement spulten auch die Brasilianer ihr Pensum ab und boten Rasen-Schach statt Samba-Fußball. Auch das Fehlen des gesperrten Kaka und des angeschlagenen zweifachen Torschützen Elano kann kaum als Entschuldigung für den leblosen Auftritt herhalten. Torwart Julio Cesar wollte das Spiel deshalb auch schnell abhaken: «Jetzt kommt der schwierige Teil der WM, wir dürfen uns keine Niederlage erlauben.»

    Schwalbe
    Portugals Tiago (r) lässt sich im Strafraum fallen und bekommt dafür die Gelbe.

    94-Millionen-Euro-Stürmer Cristiano Ronaldo taute erst nach der Pause auf und sorgte für die wenigen Höhepunkte der zweiten 45 Minuten. Mit einem Sprint auf der rechten Seite bereitete der frühere Weltfußballer in der 60. Minute die beste Chance für sein Team vor, doch Raul Meireles brachte den Ball aus wenigen Metern nicht an Julio Cesar vorbei. «Wir sind zuversichtlich für die nächste Runde», bemerkte Cristiano Ronaldo. Brasiliens Trainer Carlos Dunga wusste, warum Portugals Superstar nicht so zur Geltung kam. «Weil er gegen Lucio gespielt hat.»

    Gelb
    Schiedsrichter Tellez (M) zeigt dem Portugiesen Duda Gelb.

    Erst nach einer halben Stunde hatte die Partie allmählich Fahrt aufgenommen. Eine Unaufmerksamkeit von Ricardo Costa bescherte dem Rekord-Champion prompt die erste Möglichkeit, doch Torhüter Eduardo lenkte den aus kurzer Distanz abgegebenen Schuss von Nilmar gedankenschnell an die Latte (30.). Neun Minuten später fühlte sich kein Portugiese für den zweifachen Turnier-Torschützen Luis Fabiano zuständig, dessen Kopfball knapp neben dem Tor landete.

    So richtig Farbe ins Spiel brachte einzig Schiedsrichter Benito Archundia. Dem Mexikaner gelang das Kunststück, allein in der ersten Halbzeit sieben Akteuren die Gelbe Karte zu zeigen, obwohl die Begegnung keinesfalls überhart war. Dunga reagierte noch vor der Pause auf das «Kartenspiel» und ersetzte den gelb-rot-gefährdeten Felipe Melo durch den Wolfsburger Josue. Erst nach dem Seitenwechsel gaben die Portugiesen ihre sture Defensivhaltung auf und ließen so etwas wie Siegeswillen erkennen.

    Brasiliens Mittelfeldspieler Felipe Melo erlitt zudem eine Knöchelverletzung. Der Einsatz des 26-Jährigen von Juventus Turin im Achtelfinale ist stark gefährdet. «Felipe hat sich den Knöchel verrenkt», sagte Mannschaftsarzt José Luiz Runco. «Er hat jetzt natürlich wenig Zeit, sich zu regenerieren.» Melo war in der 44. Minute ausgewechselt worden. Dafür ist nach Angaben Runcos Mittelfeldakteur Elano, der wegen einer Schienbeinprellung diesmal geschont wurde, im nächsten Spiel wieder einsatzbereit.

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