40.000
  • Startseite
  • » 303 magische Orte
  • » Mit Regenjacke in die Unterwelt
  • Aus unserem Archiv
    Gebhardshain

    Mit Regenjacke in die Unterwelt

    Gelbe Regenjacke, Helm auf, die Wagen besteigen. Und schon ruckelt der Zug langsam in den Berg in Steinebach/Sieg in der Verbandsgemeinde Gebhardshain (Kreis Altenkirchen).

    Foto: Joachim Weger

    Andreas Neuser

    Zuvor gibt es aber den alten Bergmannsgruß "Glück auf". Wer dann einmal im Berg war, der weiß, warum das nicht nur so einfach dahergesagt wird.

    Aber jetzt wird es erst einmal frisch. Der Zug arbeitet sich in den Berg hinein zu einer rund 90 Minuten dauernden Führung durchs Besucherbergwerk Grube Bindweide. "Frisches Wetter" (Bergluft von 10 bis 12 Grad) schlägt einem entgegen. Jede Menge Eindrücke sind zu verarbeiten. Nach etwa 900 Meter Zugfahrt fallen rote und schwarze Ablagerungen auf. Hinweise auf Eisen und Mangan, die durch das Grubenwasser gesickert sind.

    Im Schein der Lampen sind die Spuren von Schlägel und Eisen (bergmännische Werkzeuge) zu sehen. Damit erfolgte in Frühzeiten der Bindweide der Vortrieb in den Berg. Das war harte Arbeit unter Tage. Durchschnittlich 30 Zentimeter pro Tag ging es in den Berg hinein. Auffallend ist die Höhe (Firste) des Stollens. Sie war wegen Einsatz der Pferde zur Förderung notwendig. Im Bergwerk geht es nach Ankunft am Bahnhof unter Tage zu Fuß weiter. Kalt und feucht ist es hier unten.

    Besucher können alte Werkzeuge und Maschinen wie Überwurflader, Trockenbohrmaschine sowie Nassbohrmaschine in der Praxis erleben und sich von ihren Arbeitsgeräuschen beeindrucken lassen. Für manchen wird es hier kurz unerträglich laut. Zurück zum unterirdischen Bahnhof, in den Zug einsteigen und zurück zum Ausgangsbahnhof. "Glück auf." Jetzt versteht wirklich jeder diesen Gruß. 

    303 magische Orte
    Meistgelesene Artikel