Iran-Krieg
Nach Helikopter-Abschuss: US-Militär greift Ziele im Iran an
US-Präsident Trump
USA kündigen Schläge gegen den Iran an. (Archivbild)
Mark Schiefelbein. DPA

Ein US-Militärhubschrauber stürzt vor der Küste des Omans ab - laut Präsident Trump ist der Iran verantwortlich. Die USA führen Vergeltungsschläge durch. Hält die Waffenruhe das aus?

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Washington (dpa) – Nach dem Abschuss eines US-Militärhubschraubers haben die USA nach eigenen Angaben Vergeltungsschläge auf Ziele im Iran ausgeführt. Die Angriffe erfolgten auf Anordnung von Präsident Donald Trump, erklärte das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando des US-Militärs (Centcom) auf der Plattform X.

«Die Mission stellt eine verhältnismäßige Antwort auf die ungerechtfertigte iranische Aggression dar», begründete das US-Militär sein Vorgehen mit Verweis auf den Abschuss des Hubschraubers vor der omanischen Küste. Die Angriffe, die das Militär als «Selbstverteidigung» charakterisierte, hätten um 23.00 Uhr deutscher Zeit begonnen.

Nähere Angaben zum Umfang und zu konkreten Zielen machte Centcom zunächst nicht. Iranische Medien berichteten unter anderem über Explosionen in der Stadt Sirik an der Straße von Hormus sowie auf der Insel Qeschm. Auch aus dem Bereich der Großstadt Bandar Abbas gab es Berichte über Einschläge.

Trump spricht von sehr kraftvollem Vergeltungsschlag

Trump sagte dem Sender ABC News in einem Telefoninterview, die Antwort auf den Abschuss müsse «sehr stark, sehr kraftvoll» ausfallen – «und genau das ist sie auch.» Zudem sagte er – wohl mit Blick auf die zähen Verhandlungen mit Teheran im Ringen um ein Kriegsende – es gebe ein «sehr gutes Abkommen». Dieses werde wahrscheinlich Bestand haben. Nähere Angaben machte der Präsident dabei nicht. Trump hatte zuletzt wiederholt Optimismus verbreitet, wonach ein Abkommen mit dem Iran hin zu einem Kriegsende greifbar sei.

Offiziell gilt im Iran-Krieg seit zwei Monaten eine Waffenruhe, doch zuletzt schien diese von Tag zu Tag brüchiger zu werden: Bereits am Sonntag war der Konflikt mit iranischen Raketenangriffen auf Israel gefährlich eskaliert. Die iranischen Streitkräfte feuerten in der Nacht ballistische Raketen unter anderem auf einen Luftwaffenstützpunkt im Norden Israels. Die israelische Luftwaffe flog daraufhin am Montag Angriffe auf Ziele im Iran. Trump rief beide Staaten zu einer «sofortigen» Waffenruhe auf. Sowohl Iran als auch Israel erklärten dann, ihre jeweiligen Angriffe wieder einzustellen. Die Lage blieb jedoch angespannt.

Der Iran hatte seine Angriffe nach Angaben aus Teheran wegen der israelischen Attacken gegen die proiranische Hisbollah-Miliz im Libanon begonnen. Israels Regierung hat jedoch kaum Zweifel daran gelassen, dass sie auch weiter gegen die schiitische Miliz im nördlichen Nachbarland vorgehen wird.

Abkommen für ein Ende des Krieges nicht in Sicht

Am Dienstag hatte Trump wegen des Abschusses des Apache-Kampfhubschraubers Vergeltungsschläge gegen den Iran angekündigt. Die USA müssten «zwangsläufig» auf diesen iranischen Angriff reagieren, erklärte er auf seiner Plattform Truth Social. Die beiden Besatzungsmitglieder des abgeschossenen Hubschraubers seien unverletzt und in Sicherheit.

Trump hatte zu Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar einen schnellen Sieg versprochen, doch die Bemühungen um ein dauerhaftes Kriegsende stocken seit Wochen.

© dpa-infocom, dpa:260609-930-198866/1

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