Archivierter Artikel vom 16.07.2011, 12:26 Uhr
Wien

Wien zelebriert Abschied von Otto von Habsburg

Mit einem Requiem im Stephansdom und der Bestattung in der Kapuzinergruft haben am Samstag in Wien zahlreiche Menschen Abschied von dem verstorbenen Kaisersohn Otto von Habsburg genommen.

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Mariazell
Ankunft der Särge von Otto Habsburg seiner Frau Regina in Mariazell am 12. Juli: Der Europapolitiker findet seine letzte Ruhe in der Kapuzinergruft in Wien.
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König Carl XVI Gustaf und Königin Silvia von Schweden: Im Anschluss an das Reqiuem wird Otto von Habsburg in der Kapuzinergruft bestattet.
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Der einstige Kronprinz und Europapolitiker wurde in der Kaisergruft unter der Kapuzinerkirche beigesetzt. Abschluss der rund zweiwöchigen Trauerfeiern sollte die Bestattung seines Herzens am Sonntagabend in Ungarn sein.

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Vor dem Requiem für Otto von Habsburg im Wiener Stephansdom: Nach Habsburger Tradition wird das Herz des Verstorbenen in der Abtei Pannonhalma in Ungarn bewahrt.
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Unter den rund 1000 Ehrengästen im Stephansdom waren zahlreiche Vertreter europäischer Adelshäuser wie König Carl XVI. Gustaf von Schweden und seine Frau Silvia, Fürst Hans-Adam II. von Liechtenstein mit Fürstin Marie sowie Großherzog Henri von Luxemburg und Großherzogin Maria Teresa. Für die Politik kamen unter anderen der Präsident des Europäischen Parlaments, Jerzy Buzek, Kroatiens Ministerpräsidentin Jadranka Kosor und der georgische Präsident Michail Saakaschwili. Aus Österreich nahmen Bundespräsident Heinz Fischer und Bundeskanzler Werner Faymann sowie zahlreiche Minister und Landeschefs teil.

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Fürst Hans-Adam II und Fürstin Marie Aglae von Liechtenstein im Stephansdom.
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«Es ist eine Frage des Respekts, hierher zu kommen», begründete der Bundeskanzler seine Teilnahme. Dass bei der Zeremonie auch die «Kaiserhymne» gespielt werde, sei die Entscheidung der Familie. Die aufwendigen Trauerfeiern mit großer Regierungs- und Militärbeteiligung hatten im Vorfeld in Österreich einige Kritik ausgelöst.

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Auch Tschechiens Außenminister Karel Schwarzenberg nimmt am Reqiuem für Otto von Habsburg teil.
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Kardinal Christoph Schönborn, der das Requiem leitete, würdigte in seiner Predigt das politische Wirken Habsburgs aus einem christlichen Selbstverständnis heraus: «Leidenschaftlich hat er dem Friedensprojekt Europa gedient», sagte Schönborn.

Habsburg Sylt
Zu den Trauergästen im Wiener Stephansdom gehört auch Prinzessin Cristina von Spanien.
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Abordnungen von Adel, Klerus, Politik, Ritterorden, Traditionsverbänden und Militär in Ornat und Uniformen begleiteten den Sarg zur Kapuzinerkirche. Etwa 10 000 Schaulustige säumten die Straßen, als der einen Kilometer lange Kondukt durch die imperiale Hofburg, über den Heldenplatz und die Ringstraße geführt wurde.

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Prinzessin Astrid und Prinz Lorenz von Belgien vor dem Requiem für Otto von Habsburg im Wiener Stephansdom.
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In die Kapuzinerkirche wurde der Sarg mit dem Leichnam erst nach der traditionellen «Anklopf-Zeremonie» eingelassen. Weder dem Adeligen noch dem Politiker wurde die Pforte geöffnet. Erst als der Kaisersohn als «sterblicher, sündiger Mensch» vorgestellt wurde, hieß es: «So komme er herein.» Die eigentliche Bestattung in der Kapuzinergruft wurde im engsten Familienkreis begangen.

Otto von Habsburg
Kaisersohn Otto von Habsburg wird ohne sein Herz beerdigt. (Archiv)
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Otto von Habsburg war am 4. Juli im Alter von 98 Jahren in Bayern gestorben. Er war der älteste Sohn des letzten in Österreich regierenden Kaisers Karl I. und seiner Frau Zita. Als CSU-Politiker setzte er sich für die europäische Einigung ein und war zwei Jahrzehnte Mitglied des Europaparlaments.